Memmingen – Abi-Party wird von Polizei aufgelöst so lautete die Überschrift – war es denn so?

Die Redaktion hat am Samstag, 31.05.2014, den offiziellen Pressebericht der Polizei zu dem Vorfall veröffentlich. Durch Gespräche mit den Schülersprechern, Anwohnern und anderen, ergab sich ein etwas anderes Bild der ganzen Geschichte – hier nun der Sachverhalt aus Sicht der Schüler, den uns auch Anwohner so bestätigt haben.

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Foto: Pöppel

Am 30. Mai 2014 feierten etwa 200 Abiturienten in der Neuen Welt Memmingen (Landesgartenschau) das Ende der Prüfungszeit. Sie trafen sich an den Beachvolleyballplätzen der Landesgartenschau, um auf ihre letzte Prüfung anzustoßen. Die Inhaberin des benachbarten Biergartens beschwerte sich anschließend bei einigen Schülern und schilderte ihnen die desolate Lage der Abi-Feier des vergangenen Jahres. Diese sei äußerst ausgeartet und sie habe dadurch einen wirtschaftlichen Schaden erlitten. Die Schülersprecher der BOS Memmingen diskutierten mit der Betreiberin des Biergartens und versuchten eine vernünftige Lösung für beide Seiten zu finden. Die Schülersprecher schlugen vor, die feiernde Menge an die Seebühne zu verlagern, um den Kinderspielplatz nicht weiter zu vermüllen. Als die Polizei kam, trugen diese einigen Schülern auf, den Müll wegzuräumen, um Verletzungen spielender Kinder zu vermeiden. Dies taten die Schüler auch und die hinzugezogenen Beamten überprüften den Ort anschließend und gaben ihr Einverständnis, dass der Platz ordnungsgemäß verlassen wurde.

Nach einiger Zeit auf der Seebühne rückte erneut die Polizei an, mit dem Zweck die Feier aufzulösen, da es vermutlich diverse Beschwerden, beispielsweise durch den benachbarten Zirkus, gab. Die Beamten erläuterten den Schülersprechern die Problematik, dass sie im Auftrag der Stadt Memmingen die Party auflösen müssen. Daraufhin verließen die Schüler das Gelände friedlich, woran sich ebenfalls feststellen lässt, dass die spontane Feier keineswegs ausgeartet ist.

Das Problem feiernder Jugendlicher auf öffentlichen Plätzen, welches sich jährlich wiederholt vor allem zur Abschlussprüfungszeit, wollen die Schüler, als auch die Polizei zukünftig vermeiden. Dies wird allerdings nur gelingen, sofern die Stadt Memmingen den Jugendlichen adequate Alternativen bietet, welche finanziell machbar sind und für alle Beteiligten einen Kompromiss darstellen. Schüler und Polizei sind sich in diesem Punkt einig.

Hauptmeldung vom 30.05.2014

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