Magazin: Sonnenfinsternis könnte Stromkunden Millionen kosten

Sonne, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Sonne, über dts Nachrichtenagentur

Berlin – Die Sonnenfinsternis am kommenden Freitag könnte die deutschen Stromkunden nach Schätzungen der Netzbetreiber rund fünf Millionen Euro kosten – je nach Wetterlage. Grund sei die rapide sinkende Leistung der deutschen Solaranlagen durch die Verdunkelung der Sonne, die mithilfe von Reservestrom aus konventionellen Kraftwerken ausgeglichen werden muss. Das berichtet das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.

Die Kosten für den komplizierten Netzeingriff während der Sonnenfinsternis zahlten die Verbraucher über die Netzentgelte. „Was wir hier erleben werden, wird eine ganz schön heftige Delle sein – bei sonnigem Wetter“, sagte der Leiter Systemführung des Netzbetreibers 50Hertz, Gunter Scheibner, dem „Spiegel“. Die in Deutschland installierten Solaranlagen haben eine Leistung von 39 Gigawatt. Ab halb zehn Uhr morgens, wenn sich der Mond vor die Sonne schiebt, könnte ihre Kapazität um 12 Gigawatt absinken – was der Leistung von zehn bis zwölf Großkraftwerken entspricht. Mit dem Ende der Sonnenfinsternis würde die Leistung der Fotovoltaik-Zellen sprunghaft um 19 Gigawatt ansteigen. Dieses Szenario droht allerdings nur, wenn am 20. März tatsächlich die Sonne scheint; ist es während der Finsternis bewölkt oder regnet es gar, passiert so gut wie nichts, da die Solaranlagen dann ohnehin kaum Strom liefern.

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