Lindauer Haushalt 2026 bleibt ohne neue Schulden: Millioneninvestitionen in Schulen, Kitas und Straßen geplant

-

Lindau setzt Konsolidierungskurs fort – Haushalt 2026 ohne neue Kredite

Trotz spürbar steigender Kosten will die Stadt Lindau ihren Kurs fortsetzen: Der Haushaltsentwurf 2026 ist nach aktuellem Stand ausgeglichen – und kommt erneut ohne neue Schuldenaufnahme aus. Damit würde Lindau seit 2023 das vierte Jahr in Folge ohne neue Kredite auskommen. Oberbürgermeisterin Dr. Claudia Alfons sieht darin ein deutliches Signal: Der Konsolidierungsprozess zeige Wirkung, obwohl weiter kräftig investiert werde.

Auch Kämmerin Birgitt Richter betont, dass die Planung zwar „kein Anlass zur Entwarnung“ sei – aber in die richtige Richtung weise. Ein Vergleich mit Zahlen des Bayerischen Städtetags verdeutliche zudem: Viele Städte und Gemeinden mussten zuletzt deutlich mehr Schulden aufnehmen.

Investitionsschwerpunkte: Schulen, Kitas und Infrastruktur

Im Vermögenshaushalt setzt Lindau klare Prioritäten. Geplant sind unter anderem:

  • 2,5 Millionen Euro für das Betreuungsgebäude der Grundschule Aeschach

  • 2,0 Millionen Euro für das Betreuungsgebäude der Schule Reutin

  • 500.000 Euro Zuschüsse an Kindertagesstätten

  • 650.000 Euro für Straßenbau und Instandsetzungsmaßnahmen

  • 700.000 Euro für die Neugestaltung der Köchlinstraße

Herausfordernd bleiben dabei die gestiegenen Baupreise, die kommunale Projekte weiterhin verteuern.

GTL-Projekte: Kläranlage und Bodenseeschutz als Großposten

Einen großen Brocken bilden die Investitionen der Garten- und Tiefbaubetriebe Lindau (GTL): Für 2026 sind 8,6 Millionen Euro vorgesehen – unter anderem für die Umsetzung der vierten Reinigungsstufe in der Kläranlage sowie die Erneuerung von Faultürmen und Gasspeicher. Ziel ist, die Wasserqualität im Bodensee zu schützen und gesetzliche Vorgaben einzuhalten. In diesem Zusammenhang steigt auch der städtische Anteil an der Straßenentwässerung auf 972.000 Euro.

Belastungsfaktoren: Zinsen und Kreisumlage steigen deutlich

Die Stadt verweist zugleich auf wachsende Pflichtlasten: Die Zinslast belaste den Verwaltungshaushalt inzwischen mit rund 1,5 Millionen Euro (2022: etwa 750.000 Euro). Noch schwerer wiegt die Kreisumlage: Sie stieg seit 2022 von 14,1 Millionen Euro auf voraussichtlich 20,1 Millionen Euro – eine erhebliche Dauerbelastung für den Haushalt.

Einnahmen: Gewerbesteuer stark – Schlüsselzuweisungen sinken

Für 2026 kalkuliert Lindau mit Einnahmen aus Steuern und Gebühren von insgesamt 60,18 Millionen Euro. Besonders wichtig bleibt die Gewerbesteuer: Hier sind 24 Millionen Euro eingeplant. Weniger erfreulich fallen die erwarteten Schlüsselzuweisungen des Freistaats aus: Mit rund 2,3 Millionen Euro liegen sie fast eine Million Euro unter dem Vorjahr.

Um Investitionen zu finanzieren und Kredite zu vermeiden, plant die Stadt außerdem Grundstücksverkäufe von 3,9 Millionen Euro. Zudem soll eine höhere Rücklage helfen – auch dank des Erlöses aus dem Verkauf des ehemaligen Limares.

Schuldenstand im Kernhaushalt: rund 60 Millionen Euro

Im Kernhaushalt weist Lindau rund 60 Millionen Euro Schulden aus. Der Anstieg um etwa 900.000 Euro gegenüber dem Vorjahr hängt laut Stadt damit zusammen, dass Schulden aus früheren Regiebetrieben in den Kernhaushalt überführt wurden. Insgesamt seien so in fünf Jahren rund 20 Millionen Euro hinzugekommen. Gleichzeitig hätten Kreisumlage und Personalkosten das Gesamtvolumen anwachsen lassen.

So geht es weiter: Beratung im Januar, Beschluss im Februar

Der Finanzausschuss berät den Haushaltsentwurf am Montag, 12. Januar 2026, ab 16 Uhr im Alten Rathaus. Falls nötig, folgt ein weiterer Termin am Dienstag, 13. Januar 2026. Die Entscheidung im Stadtrat ist für 25. Februar 2026 vorgesehen – anschließend geht der Haushalt zur Genehmigung an die Rechtsaufsicht.

spot_img