Lindau | Haftbefehl wegen Freiheitsberaubung und Nötigung vollstreckt

Symbolbild

Einen erst seit Januar 2020 veröffentlichten Haftbefehl der Staatsanwaltschaft München vollstreckte die Grenzpolizei Lindau am Bodensee. Bei dem Versuch, sich dem Urteil des Amtsgerichtes München vom Dezember 2019 zu entziehen, wurde der 28-jährige, arbeitslose Albaner, im Rahmen der Schleierfahndung durch Zivilbeamte kontrolliert.

In der Nacht von Montag auf Dienstag, 10.03.2020, war er von München kommend in einem Fernreisebus Richtung Frankreich unterwegs. Bei der Überprüfung seiner Personalien stellten die Beamten fest, dass er wegen einer Beziehungstat gegenüber seiner ehemaligen Lebensgefährtin durch die Justiz zur Strafvollstreckung in das Fahndungssystem eingestellt wurde. Hintergrund der Verurteilung zu 120 Tagen Ersatzfreiheitsstrafe war ein Vorfall aus April 2019. Damals hatte er seine bereits getrennt lebende Freundin in deren Wohnung eingeschlossen. Als sich diese in ihrem Badezimmer versteckte, trat er die Türe ein und drohte mit einem Messer.

Seiner Verantwortung hatte er sich jedoch nicht gestellt, so wurde er in Abwesenheit verurteilt. Bei der Überprüfung seines Aufenthaltsstatus stellten die Grenzer zudem noch fest, dass er das sogenannte Touristenprivileg weit überzog. In seinem vorgelegten albanischen Reisepass war der letzte Grenzkontrollstempel aus dem Jahr 2018. Seitdem bewegte er sich innerhalb der Schengen Mitgliedsstaaten und wurde seitdem nicht mehr grenzpolizeilich kontrolliert. Für den um über eineinhalb Jahre überzogenen Touristenaufenthalt wurde er nun angezeigt. Der geständige Mann wurde noch in der Nacht in die Justizvollzugsanstalt Kempten eingeliefert.