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Mittwoch. 03. März 2021 / 09

Liebesbetrüger im Internet unterwegs – 58-Jähriger wird um 10.000 Euro betrogen

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Ein 58-jährger Mann erstattete am Dienstag, 22.12.2020, Anzeige bei der Polizeiinspektion Günzburg, weil er auf eine Betrügerin hereingefallen war, die ihm eine Liebesbeziehung vorgespielt hatte.

Über eine Dating-Plattform im Internet ist der Mann bereits im Juli dieses Jahres auf eine angeblich 36-jährige Philippinin aufmerksam geworden, die das Vertrauen des 58-Jährigen gewann und schließlich angab, aus China zu ihm reisen wollen. Für die Finanzierung der Reise nach Deutschland hatte der 58-Jährige bereits über 10.000 Euro vorgestreckt. Am Tag des angeblichen Reiseantritts der Philippinin, erhielt der Mann eine Nachricht, wonach sie bei der Ausreise festgenommen worden sei. Demnach hätte die Frau deklarierten Schmuck dabei gehabt, woraufhin er jetzt nochmals 2.850 Euro überweisen solle. Daraufhin wurde er stutzig und unterließ weitere Überweisungen. In der Folge kam er über die Dating-Plattform jedoch noch mit einer angeblichen Französin in Kontakt, die ihm 142.000 Euro als Schadenersatzzahlung für den vorausgegangenen Betrug in Aussicht stellte. Um dieses Geld jedoch zu erhalten, müsse der 58-jährige vorher für irgendwelche Gebühren wiederum in Vorleistung treten. Darauf fiel der Mann nicht mehr herein und brachte den Fall zur Anzeige. Die Polizeiinspektion Günzburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

Die Masche

Das Phänomen ist bei der Polizei als „Love Scamming“ oder „Romance Scamming“ bekannt und beschäftigte die Ermittler vor allem Mitte des letzten Jahrzehnts. Danach ebbte die Welle ab und wurde von neueren Phänomenen wie beispielsweise den „Falschen Polizeibeamten“ abgelöst.

Mittlerweile erlebt die Geschichte der falschen Liebschaften wieder eine Art Comeback – das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West registrierte im Jahr 2020 bereits 43 Fälle. In vielen Fällen entstand dabei ein finanzieller Schaden bei den Geschädigten, so erbeuteten die Betrüger mit der Masche in 31 erfolgreichen Fällen über 390.000 Euro.
Im Landkreis Günzburg ergaunerten Love-Scamming-Betrüger in diesem Jahr in vier Fällen rund 30.000 Euro. Es wurde nur ein weiterer Fall angezeigt, bei dem es bei einem Versuch blieb.

In diesem Phänomenbereich wird von einer hohen Dunkelzahl an Fällen ausgegangen. Die Opfer trauen sich aufgrund der intimen Details aus der Kommunikation oft nicht, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Der Hintergrund

Die Angesprochenen werden mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft. Es entsteht im Verlauf der Zeit eine emotionale Abhängigkeit beziehungsweise eine Beziehung zum Unbekannten – auf einmal kommt ein vermeintlicher Notfall oder eine finanzielle Notlage in das Leben der neuen Liebe. Helfen kann nur das Opfer – mit dem eigenen Geld.

Die Empfehlungen

Grundsätzlich sollte man Menschen, die man nie persönlich kennengelernt oder gesehen hat, kein Geld überweisen oder auf sonstige Forderungen eingehen. Gerade im Internet tummeln sich viele Betrüger, die an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen. Seien Sie also immer misstrauisch bei unglaublichen Angeboten.

Detailliertere Hinweise zur Vorgehensweise der Täter, zu deren Erkennbarkeit, zu Ihrem Schutz und zur Nachweisbarkeit der Tat finden Sie im Internet unter

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