Landkreis Biberach – Weitere Masernerkrankte

Mit freundlicher Genehmigung - © Urban & Fischer 2003 – Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.

Mit freundlicher Genehmigung – © Urban & Fischer 2003 – Roche Lexikon Medizin, 5. Aufl.

Innerhalb weniger Tage wurden insgesamt drei Masernerkrankungen im Landkreis Biberach an das Gesundheitsamt gemeldet. Neben einem Säugling, einer Jugendlichen ist auch eine erwachsene Person betroffen. Alle drei Betroffenen werden zu Hause versorgt und es geht ihnen den Umständen entsprechend.

Das Kreisgesundheitsamt hat die jeweiligen Kontaktpersonen ermittelt und gebeten, beim Hausarzt den Impfstatus überprüfen zu lassen und fehlende Impfungen vornehmen zu lassen. Ein Zusammenhang zwischen den Erkrankten lässt sich bisher nicht herstellen. Es muss deshalb davon ausgegangen werden, dass das Masernvirus im Landkreis zirkuliert. Weitere Masernerkrankungen sind zu erwarten.

„Allen Eltern im Landkreis rate ich nochmals dringend, den Impfschutz ihrer Kinder im Impfbuch zu überprüfen. Sollte keine zweimalige Impfung gegen Masern, in der Regel als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR- Impfung) dokumentiert sein, sollte eine Impfung erfolgen“, so Dr. Monika Spannenkrebs, Leiterin des Gesundheitsamtes Biberach. „Auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen sollten zweimal gegen Masern geimpft sein.“

Auch für alle nach 1970 geborenen, die nicht- oder nur einmal in der Kindheit gegen Masern geimpft wurden oder deren Impfstatus unklar ist, wird laut STIKO (Ständige Impfkommission) eine einmalige Impfung gegen Masern empfohlen, insbesondere wenn sie im Gesundheitsdienst und in Gemeinschafts-einrichtungen, beispielsweise in Schulen oder Kindergärten tätig sind.

 

 

Die Masern sind eine schwere Infektionskrankheit, die durch ein Virus hervorge-rufen wird. Masern sind ausgesprochen ansteckend. Die Masernerkrankung be-ginnt zunächst wie eine schwere Erkältung, später kommt hohes Fieber bis 39 Grad hinzu, typisch ist eine Bindehautentzündung und kleine weiße Flecken auf der Wangenschleimhaut. Nach vier bis fünf weiteren Tagen beginnt der Masern-ausschlag am Kopf und hinter den Ohren und breitet sich über den ganzen Kör-per aus. Die gesamte Krankheitsdauer beträgt etwa 22 Tage. Eine Masernerkran-kung löst eine mehrwöchige Immunschwäche aus, in der eine hohe Empfänglich-keit für bakterielle Infektionen besteht, so für Entzündungen des Mittelohrs oder Lungenentzündungen. Selten, aber gefürchtet ist eine Gehirnentzündung, die bleibende Schäden am zentralen Nervensystem hinterlassen kann.