Landkreis Biberach | Angebliche „Wunderheiler“ bringen eine 66-Jährige um fast 50.000 Euro – Festnahmen!

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Angebliche „Wunderheiler“ bringen eine 66-jährige Frau aus dem Landkreis Biberach/Riss um fast 50.000 Euro.

Nach Erkenntnissen der Ermittlungsbehörden soll sich die Frau Anfang November 2019 eine russische Fernsehsendung angeschaut haben, die sich mit Wunderheilungen, Wahrsagerei und Ähnlichem beschäftigt. Am Bildschirmrand sei dabei eine Telefonnummer eingeblendet worden, an die man sich bei gesundheitlichen Problemen habe wenden können. Die Frau habe sich aufgrund ihrer Beschwerden Hilfe erhofft und die Rufnummer angerufen. Im Rahmen des Telefonats sei der Frau diagnostiziert worden, dass sie und ihre Familie unter einem Fluch stehen, der sich durch ein kostenloses Gebetsritual beseitigen ließe. Da in der Folgezeit keine Besserung ihres Gesundheitszustands eingetreten sei, habe die Frau mit den angeblichen „Heilern“ erneut telefonischen Kontakt aufgenommen. Dem Gesprächspartner sei es bei dem weiteren Telefonat durch geschickte Gesprächsführung gelungen, die Frau davon zu überzeugen, dass sie zur vollständigen Beseitigung des auf ihr und ihrer Familie angeblich lastenden Fluchs, einen vierstelligen Geldbetrag zu bezahlen habe, woraufhin die 66-Jährige den geforderten Betrag in osteuropäische Länder transferierte.

Nachdem auch die Zahlung zu keiner Besserung ihres Gesundheitszustands führte, nahm die Frau wiederum Kontakt mit den angeblichen „Heilern“ – den mutmaßlichen Betrügern – auf. Diesen sei es in der Folgezeit gelungen, die Frau mittels weiterer „Geschichten“ zu Zahlungen weiterer teils fünfstelliger Geldbeträge zu bewegen. Die jeweils geforderten Geldbeträge seien dabei von sogenannten Geldabholern direkt bei der Frau abgeholt worden. Bei einer vierten Geldabholung Ende November gelang es der Polizei schließlich zwei Personen – den mutmaßlichen Geldabholer und dessen Fahrer – festzunehmen.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Ravensburg erließ das zuständige Amtsgericht Haftbefehl gegen die beiden Männer im Alter von 35 und 36 Jahren. Diese befinden sich seither in Untersuchungshaft in Justizvollzugsanstalten. Seit Jahresbeginn sollen die Tatverdächtigen von ihren im osteuropäischen Ausland agierenden Hintermännern mehr als zehnmal den Auftrag erhalten haben, Geld bei älteren Menschen abzuholen und dieses anschließend ins Ausland zu verbringen. Die Ermittlungen der Behörden dauern an.