Krumbach | Enkeltrickbetrüger und „Falsche Polizeibeamte“ sind weiter aktiv

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Am Dienstag, 03.12.2019, erhielt ein 61-Jähriger einen Anruf einer Betrügerin. Die Anruferin gab sich als Enkelin des Mannes aus und teilte mit, dass sie in Ulm einen Verkehrsunfall hatte. Zur Begleichung des Schadens und um eine Strafanzeige zu vermeiden, benötige sie sofort eine größere Summe Bargeld. Diese Summe hätte der Angerufene einem Bekannten der Frau übergeben sollen. Der 61-Jährige durchschaute die Betrugsmasche sofort, teilte dies der Betrügerin jedoch nicht gleich mit und wurde deshalb mehrmals angerufen. Erst als der Geschädigte seine Kontoverbindung nennen sollte, konfrontierte er die Anruferin mit dem Betrugsverdacht. Daraufhin brach diese das Gespräch sofort ab und meldete sich nicht mehr.

Der Enkeltrick ist eine besonders hinterhältige Betrugsform, der für die Betroffenen oft existenzielle Folgen haben kann. Die sowohl männlichen, als auch weiblichen Täter rufen gezielt ältere Menschen an, geben sich diesen gegenüber als Verwandte (z.B. Nichte oder Enkel) oder Bekannte aus und bitten kurzfristig um Bargeld. Als Grund wird ein finanzieller Engpass oder eine Notlage vorgetäuscht, beispielsweise ein Unfall, Auto- oder Wohnungskauf. Die einstudierte Gesprächstaktik der Täter setzt die Opfer unter Druck. Die Gutgläubigkeit und Hilfsbereitschaft der älteren Menschen werden gezielt ausgenutzt, um an deren Ersparnisse zu gelangen. Auf diese Weise werden Senioren oft um die Ersparnisse ihres ganzen Lebens betrogen. Zusätzlich sehen sie sich häufig den Vorwürfen und dem Unverständnis ihrer „richtigen“ Verwandten ausgesetzt.

Tipps der Polizei:

  • Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als Verwandte oder Bekannte ausgeben und Geldforderungen stellen.
  • Rufen Sie bei ihrem Enkel/Neffe/Nichte an und vergewissern Sie sich, ob diese tatsächlich angerufen hat und Geld benötigt!
  • Geben Sie keine Auskunft über Ihre familiären oder finanziellen Verhältnisse.
  • Lassen Sie sich zeitlich und emotional nicht unter Druck setzen.
  • Stellen Sie dem Anrufer gezielt Fragen nach seinem familiären Umfeld, z.B. nach dem Namen der Mutter oder dem Wohnort und bestehen Sie auf die Beantwortung.
  • Halten Sie nach einem Anruf mit finanziellen Forderungen mit anderen Familienangehörigen Rücksprache.
  • Übergeben Sie niemals Geld oder Wertgegenstände an unbekannte Personen – auch nicht, wenn sie angeblich im Auftrag von Verwandten/Bekannten handeln