Klinikum Memmingen | Lungenkrankheiten – das Therapieangebot wird erweitert

Gemeinsam können Lungenfacharzt Dr. Radu Braga (links) und der neue Thoraxchirurg Dr. Benedikt Haager vom Uniklinikum Freiburg ein breites Spektrum an Lungentherapien anbieten, wie man es sonst nur bei Krankenhäusern der Maximalversorgung findet. – Foto: Haas

Neuer Thoraxchirurg vom Uniklinikum Freiburg unterstützt seit August 2019 das Lungenzentrum am Klinikum Memmingen.

Erkrankungen der Lunge gehören zu den größten gesundheitlichen Problemen weltweit. Lungenpatienten leiden oft an schweren Einschränkungen und einer stark verkürzten Lebenserwartung. Um Patienten die bestmögliche Therapie anbieten zu können, erweitert das Klinikum Memmingen derzeit sein Diagnose- und Behandlungsspektrum bei Lungenkrankheiten.

Allein in Deutschland leiden Millionen von Menschen an Lungenerkrankungen – Tendenz steigend. Die häufigsten Krankheiten sind Asthma Bronchiale, der Lungenkrebs sowie die chronische, oft tödlich verlaufende Lungenerkrankung COPD. „Je früher die Krankheiten diagnostiziert und behandelt werden,desto eher können Einschränkungen der Lebensqualität und ein frühzeitiger Tod verhindert werden“, betont Lungenfacharzt Dr. Radu Braga von der Medizinischen Klinik I. Der bereits am Klinikum Memmingen fest etablierte Lungenspezialist Braga und sein erfahrenes, gut eingespieltes Team werden seit August durch den Thoraxchirurgen Dr. Benedikt Haager unterstützt. Haager ist aus dem Uniklinikum Freiburg – wo er langjährig als Oberarzt tätig war – als Sektionsleiter der Thoraxchirurgie in die Klinik für Allgemein-, Visceral-, Thorax- und Gefäßchirurgie am Klinikum Memmingen gewechselt. Gemeinsam können Dr. Braga und Dr. Haager das komplette Spektrum an diagnostischen, interventionellen (siehe Infokasten) und operativen Möglichkeiten bei Erkrankungen der Lunge und des Brustraums anbieten. „Der Vorteil am Klinikum Memmingen ist, dass wir alles unter einem Dach haben“, erklärt Dr. Braga. „Die Internisten und Chirurgen, aber auch die Radiologen und Onkologen, falls es sich beispielsweise um fortgeschrittene Lungentumore oder metastasierte Krebserkrankungen handelt.Solch eine geballte Kompetenz gebe es sonst nur an Krankenhäusern der Maximalversorgung, weiß Dr. Haager vom Uniklinikum Freiburg.

Für Lungenkranke von Vorteil seien auch andere, am Klinikum Memmingen fest vorhandene Strukturen: „In der Tumorkonferenz beispielsweise wird die Behandlung jedes einzelnen Lungenkrebskranken von verschiedenen Fachärzten diskutiert“, so Dr. Braga, „und bei Lungenmetastasen durch andere Tumore sind die weiteren Organkrebszentren, die am Klinikum Memmingen etabliert sind, mit involviert“. Gemeint sind hier das zertifizierte Darmzentrum oder die zertifizierten Zentren für Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs. Wichtig für ein Lungenzentrum seien neben der medizinischen und pflegerischen Kompetenz auch moderne Gerätschaften zur Untersuchung und Behandlung der Lunge: „Wir haben ultradünne Endoskope, mit denen wir bis in die letzten Winkel der Lunge sehen können“, erklärt Dr. Braga. Das sind Endoskope mit einer Kamera bzw. einem Ultraschallkopf, mit denen Krankheiten erkannt und zum Teil auch ohne große Operation behandelt werden können. „Muss doch operiert werden, liegt unser Schwerpunkt in der minimal-invasiven Chirurgie, bei denen der Patient durch kleine Schnitte profitiert“, so Haager. Denn bei kleinen Schnitten seider Heilungsverlauf nachweislich schneller und komplikationsloser als bei großen Öffnungen des Brustraumes. „Allerdings kann es bei Tumoren oder Metastasen mitunter nötig sein, den Brustkorb zu öffnen, um die von Krebs befallenen Stellen besser ausräumen zu können“, so Haager. Bei der Diagnosestellung profitieren die Patienten im Klinikum Memmingen auch von vorhandenen, modernen Großgeräten wie dem Positronen-Emissions-Tomographen (PET-CT). Durch dieses nuklearmedizinische Schnittbildverfahren können beispielsweise bösartige Bronchialkarzinome sehr gut von gutartigen Tumoren unterschieden werden.

 


Als interventionell bezeichnet man Diagnose- oder Therapieverfahren, die – im Gegensatz zum konservativen Vorgehen – gezielte Eingriffe (Interventionen) am erkrankten Gewebe vornehmen, um den Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen.