Karl Lauterbach will mehr Drohungen zur Anzeige bringen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kündigt nach dem Bekanntwerden von Morddrohungen gegen ihn Konsequenzen an: „Ich werde nun aber meine Strategie ändern und mehr dieser Drohungen zur Anzeige bringen. Bisher habe ich das selten getan, aber nach Rücksprache mit dem Bundeskriminalamt habe ich das jetzt vor“, sagte er dem Nachrichtenportal Watson. Es sei nicht das erste Mal, dass der SPD-Politiker in seinen 15 Jahren als Bundestagsabgeordneter mit dem Tod bedroht wurde: „Ich habe mich dieses Mal dazu entschieden, es öffentlich zu machen, weil ich nicht alleine bin mit den Drohungen. Einige der Epidemiologen und Virologen, die hier im Rahmen der Coronakrise mit uns zusammenarbeiten, unter anderem auch Christian Drosten, haben ähnliche Briefe bekommen.“

Deshalb habe er das an den Staatsschutz und die Polizei weitergegeben. „Das Thema muss diskutiert werden. Es ist die Hetze im Netz, die solche Drohungen möglich macht.“ Die Debatte über die Corona-Maßnahmen hat sich laut Lauterbach innerhalb der vergangenen zwei Wochen stark zugespitzt. „Das hat damit zu tun, dass sich nun radikale Bewegungen gebildet haben, die zum einen die Maßnahmen kritisieren, was legitim ist, aber sich zum anderen teilweise radikalisieren und mit Verschwörungstheorien sowie Hassparolen arbeiten“, so der SPD-Politker. Eine dritte Gruppe nutze die Situation aus, um im Netz Stimmung gegen die Köpfe der Corona-Bekämpfung zu machen. Dass nun auch Lauterbachs Familie bedroht werde, sei eine neue Stufe des Hasses. „Es ist schlimm, wenn man selbst mit dem Tod bedroht wird, aber wenn die eigene Familie in Gefahr ist, hat das eine ganz andere Qualität. Das beweist, wie skrupellos solche Menschen sind“, sagte Lauterbach.

Polizeiauto (Archiv), über dts Nachrichtenagentur
Foto: Polizeiauto (Archiv), über dts Nachrichtenagentur