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Dienstag. 24. November 2020 / 48

Islamreformer Khorchide kritisiert Bundesinnenministerium

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Münster (dts Nachrichtenagentur) – Der Islamreformer Mouhanad Khorchide hat vor einer zunehmenden Diskriminierung liberaler Muslime durch Anhänger des politischen Islams gewarnt. „Auch in Deutschland wird es immer gefährlicher, den Islamismus zu kritisieren“, sagte der Münsteraner Religionspädagoge der „Zeit“. Diese Herrschaftsideologie sei vielleicht noch gefährlicher als der Salafismus.

„Denn seine Protagonisten greifen die Demokratie nicht mehr offen an, sondern versuchen sie subtil zu unterwandern.“ Weiter heißt es über die Ziele der neuen Islamisten: „Sie wollen die Umgestaltung der freiheitlichen Gesellschaft, Politik, Kultur im Sinne des Islams.“ Ihre Werte und Normen stünden im Widerspruch zum Rechtsstaat. Khorchide warf der deutschen Politik Duldsamkeit gegenüber Feinden der Freiheit vor. „Vertreter des politischen Islams finden sich heute in vielen großen Islamverbänden Europas, auch in Deutschland.“ Sie geben sich modern und integriert, seien gut ausgebildet und sagten, sie seien Europäer. Zugleich betrieben sie Hetze gegen Islamreformer. „Deshalb lautet meine Frage an den Innenminister: Wer schützt eigentlich uns? Wer schützt liberale Muslime, die die Demokratie und die Menschenrechte verteidigen? Die ihre Religion im Sinne dieser Werte auslegen? Wir wollen keine Helden sein, sondern freie Bürger.“ Khorchide gehört zu den bekanntesten Islamreformern in Deutschland, zeitweise lebte er mit neun Personenschützern. Mit Bezug auf die Enthauptung eines französischen Lehrers schreibt der Universitätslehrer: „Wer garantiert uns, dass einer von uns nicht der nächste Samuel Paty ist?“ Direkte Kritik richtete Khorchide an das Bundesinnenministerium, das jüngst einen Expertenkreis für Muslimfeindlichkeit gegründet hatte. Der Islamwissenschaftler vermisst einen Schutz vor der wachsenden Gefahr des politischen Islams. „Ich hätte mir einen Expertenkreis gegen Menschenfeindlichkeit und nicht allein gegen Muslimfeindlichkeit gewünscht.“

Bundesinnenministerium, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Bundesinnenministerium, über dts Nachrichtenagentur

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