Irak: Islamisten stürmen türkisches Konsulat

Mossul – In der irakischen Stadt Mossul haben Islamisten das türkische Konsulat gestürmt und 48 Personen als Geiseln genommen. Dies teilte die türkische Regierung am Mittwochnachmittag mit. Die irakische Polizei hatte ihrerseits zunächst von etwa zwei Dutzend Geiseln gesprochen.

Zuvor hatten Extremisten des „Islamischen Staats im Irak und Syrien“ (Isis) die Städte Mossul und Baidschi sowie weitere Gebiete eingenommen. In Baidschi befindet sich die größte Öl-Raffinerie des Irak. Der irakische Premierminister Nouri Maliki forderte das Parlament des Landes auf, den Ausnahmezustand zu verhängen, um ihm so größere Befugnisse zu erteilen. Der außenpolitische Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, Philipp Mißfelder (CDU), sagte am Mittwoch mit Blick auf die Lage im Irak: „Die Machtlosigkeit der Sicherheitskräfte, aber auch die Unzufriedenheit großer Teile der Bevölkerung mit den Entwicklungen der letzten Jahre werfen erneut die Frage auf, wie der Irak, aber auch die gesamte Region mittelfristig zu Frieden und Ordnung finden kann.“ Entscheidend werde sein, „ob es Ministerpräsident al-Maliki und den politisch einflussreichen Gruppen gelingt, einen überkonfessionellen Staat Irak zu schaffen, in dem Schiiten, Kurden und sunnitische Araber am politischen System beteiligt sind“, so Mißfelder. Sollte dies scheitern, könnte die „Ein-Irak-Politik“ der EU und der Vereinigten Staaten „auf den Prüfstand gestellt werden“, betonte der CDU-Außenexperte.

Über dts Nachrichtenagentur

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