Hans fordert Union zu Bildungspolitik-Offensive auf

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Der saarländische Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) hat seine Partei aufgefordert, wieder mehr über Bildungspolitik zu sprechen. „Wir müssen auch als Partei die Bildungspolitik wieder mehr in den Fokus rücken und auf nationaler Ebene deutlich machen, was unser Ansatz als CDU in der Bildungspolitik ist“, sagte Hans der „Welt“ (Mittwochsausgabe). Hans nannte als Beispiel das Thema Inklusion: „Ich rate etwa bei der Inklusion zu mehr Augenmaß. Als CDU sollten wir den Schülern, die Defizite haben, die Möglichkeit geben, ihren Rückstand in einem geschützten Raum aufzuholen. Und dieser Raum ist eben auch die Förderschule.“

An Regelschulen gingen viele Inklusionsschüler unter. Hans verteidigte, dass nicht alle Schüler gemeinsam beschult werden könnten. „Eines der größten Probleme an den Schulen ist doch, dass die Vielfalt der Schülerschaft für die Lehrer kaum noch zu bewältigen ist. Deshalb plädiere ich dafür, wieder homogenere Klassenverbände herzustellen“, sagte der CDU-Politiker. Die Klassen, in denen das nicht möglich sei, müssten von Teams betreut werden, in denen Schulsozialarbeiter und Lehrer eng zusammenarbeiteten. Die Bundesländer müssten in Anbetracht der Pisa-Ergebnisse ihre Zusammenarbeit besser koordinieren. „Mit Mittelmaß können und dürfen wir nicht zufrieden sein. Unser Ziel muss Exzellenz sein, beim Lesen, aber natürlich auch in der Mathematik. Diese Pisa-Studie muss Ansporn sein, besser zu werden und die Politik der Länder im Bildungsbereich zu vernetzen“, so der Ministerpräsident. Die Länder seien gut beraten, sich zusammenzusetzen und Lösungen zu vereinbaren, wie man gemeinsam vorankomme. Dabei sollte der Grundschule das Hauptaugenmerk gelten, so Hans weiter. „Richtig ist, dass wir gerade auf diese Schule verstärkt den Fokus richten müssen. Die Grundschulen brauchen die modernste Ausstattung. Wir müssen auch alles tun, um den Lehrermangel dort schnell zu beseitigen.“

Tobias Hans, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Tobias Hans, über dts Nachrichtenagentur