"Focus": Immer mehr Deutsche kämpfen im Syrien/Irak-Konflikt

Berlin – Am Syrien/Irak-Konflikt nehmen einem Medienbericht zufolge immer mehr deutsche Islamisten teil. Nach Informationen des Nachrichtenmagazins „Focus“ führen Ermittlungen der Bundesanwaltschaft auf die Spur einer Kampfeinheit mit dem Namen „Deutsche Brigade von Millatu Ibrahim“. Ihr Anführer ist den Erkenntnissen zufolge ein ehemaliger Rapper aus Deutschland.

Die Mitglieder seiner Zelle sollen mehrheitlich aus dem Rheinland kommen, dem Solinger und Frankfurter Raum. Zu seinen Anhängern gehöre auch ein Radikaler aus Bonn, dessen Ehefrau seit März in deutscher Untersuchungshaft sitzt, weil sie für ISIS Spendengelder gesammelt und transferiert haben soll. Wie „Focus“ weiter berichtet, wirbt die Brigade permanent um neue Rekruten. Die Propagandisten schwärmen vom Krieg in Syrien. Nach einer Studie des renommierten King`s College in London kämpften vergangenen Dezember 11.000 Ausländer in Syrien. 3.000 davon kamen aus dem Westen, über zwei Drittel aus Europa. Allein aus Deutschland schlossen sich 320 militante Islamisten den ISIS-Truppen in der Levante an. Eine große Gefahr gehe von den Syrien-Heimkehrern aus. Irakkenner Falko Walde von der Friedrich-Naumann-Stiftung sagte dem Magazin, der Anschlag auf Besucher des jüdischen Museums in Brüssel mit vier Toten zeige, dass der Konflikt in Syrien und dem Irak „uns alle“ betreffe. „Ich befürchte, dass die Erfolge von ISIS Radikale in Europa inspirieren, selbst Gewalttaten zu verüben“, so Walde. Der Verfassungsschutz beziffert die Zahl der deutschen Syrien-Rückkehrer auf 100, zwölf würden als besonders gewalttätig eingestuft.

Über dts Nachrichtenagentur

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