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Dienstag. 28. September 2021 / 39

Falsche Microsoft-Mitarbeiter betrügen 65-Jährige – 36.000 Euro Beuteschaden

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Am Montag, 19.07.2021, haben Telefonbetrüger erneut unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine Seniorin um ihr Geld betrogen.

Mit einer perfiden Masche erlangten sie Zugriff auf den Computer der Frau.

Der Anrufer gab sich gegenüber der Seniorin als Mitarbeiter der Softwarefirma „Microsoft“ aus und überzeugte die Frau mit geschickter Gesprächsführung, dass alle Ihre Bankkonten gehackt wurden. Die 65-Jährige ließ sich dazu überreden, alle Ihre Kontodaten mitzuteilen. Über eines der Konten haben die Straftäter mittlerweile 36.000 Euro erlangt.

Die Täter gehen bei der Masche immer gleich vor

Die angeblichen – häufig nur Englisch oder gebrochen Deutsch sprechenden – Microsoft-Mitarbeiter behaupten, dass der Rechner des Angerufenen Fehler aufweise, von Viren befallen oder gehackt worden sei oder ein neues Sicherheitszertifikat benötige und bieten ihre Hilfe an. Dazu sollen ihre Opfer auf ihren Geräten eine Fernwartungssoftware installieren mit der die angeblichen Probleme gelöst werden können.

Das Problem

Mit diesem Programm haben die Betrüger Zugriff auf die Rechner ihrer Opfer und können sensible Daten, beispielsweise Passwörter für das Online-Banking ausspähen. Darüber hinaus verlangen sie für ihre vermeintliche Service-Leistung eine Gebühr. Manchmal fordern Sie für das Erneuern einer angeblich abgelaufenen Lizenz ebenfalls Geld oder sie überreden ihre Opfer dazu, einen kostenpflichtigen Wartungsvertrag einzugehen.

Weigern sich die Betroffenen zu zahlen oder auf das Angebot einzugehen, drohen die Täter mit dem Sperren des Rechners und dem Verlust der Daten. Sie fragen u.a. nach den Kreditkartendaten, oder nutzen während des Fernzugriffs das Online-Banking des Geschädigten. Unter dem Vorwand die Transaktion sei fehlgeschlagen, verlangen sie u.a. Zugriff auf weitere Zahlungsarten und fordern eine nochmalige Zahlung. Zum Teil werden die Opfer dazu aufgefordert, im Supermarkt oder an der Tankstelle Gutscheincodes (z.B. iTunes) für das Bezahlen im Internet zu erwerben.

Im Schutzbereich des PP Schwaben Süd/West haben Anrufbetrüger mit der Microsoft-Masche in diesem Jahr schon in neun erfolgreichen Fällen rund 9.000 Euro ergaunert.

Die Polizei rät

• Seriöse Unternehmen nehmen keinen unaufgeforderten Kontakt zu Ihnen auf. Sollte sich ein vorgeblicher Mitarbeiter melden, ohne dass Sie darum gebeten haben: Legen Sie einfach den Hörer auf.

• Geben Sie auf keinen Fall private Daten wie Bankkonto- oder Kreditkartendaten oder Zugangsdaten zu Kundenkonten heraus.

• Gewähren Sie einem unbekannten Anrufer niemals Zugriff auf Ihren Rechner beispielsweise mit der Installation einer Fernwartungssoftware.

Falls Sie betroffen sind:
• Trennen Sie Ihren Rechner vom Internet. Ändern Sie über einen zweiten Rechner unverzüglich betroffene Passwörter.

• Lassen Sie Ihren Rechner überprüfen.

• Lassen Sie sich von Ihrem Geldinstitut beraten, ob Sie bereits getätigte Zahlungen zurückholen können.

• Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

• Bitte sprechen Sie auch mit Verwandten, Bekannten und Ihren Nachbarn über das Phänomen!

Durch das heruntergeladene Fernwartungsprogramm war der Täter auch im aktuellen Fall in der Lage, den Rechner der Frau auszuspionieren und Überweisungen in Höhe von insgesamt 1.300 Euro auf ausländische Konten zu veranlassen. Weiterhin gab die Seniorin ihre Ausweisdaten und ein Foto von sich preis. Damit hatten die Betrüger dann versucht, auf den Namen der Frau ein Konto im Ausland zu eröffnen. Auf dies hin wurde die 67-Jährige stutzig und erstattete Anzeige bei der Polizeistation Senden. Die Seniorin ist jedoch im Raum Ulm wohnhaft. Das Polizeipräsidium Ulm ist daher in die noch andauernden Ermittlungen mit eingebunden.

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