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Freitag. 03. Dezember 2021 / 48

Erdogans Vorgehen gegen Botschafter stößt auf Kritik

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Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Das Vorgehen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gegen den deutschen und neun weitere Botschafter ist in Berlin auf scharfe Kritik gestoßen. Erdogan eskaliere „auf unnötige Weise das Verhältnis zu Deutschland und weiteren wichtigen NATO-Partnern“, sagte Unionsfraktionsvize Johann Wadephul am Sonntag. „Es bleibt zu hoffen, dass das türkische Außenministerium den Präsidenten zur Vernunft bringen und den angekündigten Schritt zur Ausweisung von zehn Botschaftern nicht vollziehen wird.“

Sollte die angekündigte Ausweisung vollzogen werden, werde dies „ernsthafte Konsequenzen“ haben, so Wadephul. „Diese müssen im Kreis der EU und der transatlantischen Partner abgestimmt werden.“ Zuvor hatten sich unter anderem auch Politiker von FDP, Grünen und Linken kritisch geäußert. FDP-Fraktionsvize Alexander Lambsdorff schrieb bei Twitter, dass die mögliche Ausweisung von zehn Botschaftern, darunter die Vertreter von Deutschland und vieler NATO-Verbündeter der Türkei, „unklug und undiplomatisch“ wäre und den Zusammenhalt des Bündnisses schwächen würde. Der Grünen-Politiker Cem Özdemir sagte den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, dass die Drohung des türkischen Staatschefs vor allem ein Zeichen seiner innenpolitischen Schwäche sei. Erdogan versuche, von der schlechten Wirtschaftslage abzulenken. Linksfraktionschef Dietmar Bartsch rief Deutschland zu einer härteren Gangart gegenüber Erdogan auf. „Die Kumpanei mit Erdogan sollte die neue Bundesregierung beenden bis die Menschenrechte vollumfänglich gelten“, sagte Bartsch den Funke-Zeitungen. Erdogan hatte angekündigt, die Botschafter zu „unerwünschten Personen“ erklären zu lassen. Ein solcher Schritt führt in der Regel zur Ausweisung der Diplomaten, der Schritt wurde bisher aber noch nicht vollzogen. Botschafter aus zehn Ländern hatten zuvor die Freilassung des türkischen Intellektuellen Osman Kavala gefordert. Sie verwiesen dabei auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, welches die Türkei bisher ignoriert.

Recep Tayyip Erdogan, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Recep Tayyip Erdogan, über dts Nachrichtenagentur

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