Eichholz-Dietmannsried | Kontrolle in rinderhaltendem Betrieb – Veterinäre haben ein Tierhaltungsverbotsverfahren eingeleitet

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Foto: Pöppel

Am Mittwochmorgen, 08.01.2020, rückten die Veterinäre und Beamte des Landratsamtes Oberallgäu und des Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit  (LGL) an. Eine unangemeldet Kontrolle auf einem Anwesen mit rund 500 Tieren in Eichholz bei Dietmannsried im Landkreis Oberallgäu. Tierschützer hatten auf Missstände bei der Tierhaltung und dem Tierwohl dokumentiert und angezeigt.

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Foto: Pöppel

Den ganzen Mittwoch über waren die Veterinäre vor Ort und drehten jeden Stein auf dem Hof um. Jedes Tier wurde genauerstens begutachtet. Genaue Zahlen und Feststellungen werden erst in den kommenden Tagen bekannt sein.

An dem Standort werden rund 480 Milchkühe und 100 Kälber gehalten. Im Rahmen der unangekündigten Kontrolle wurde jedes einzelne Tier auf seinen Gesundheits- und Ernährungszustand hin überprüft. Rund die Hälfte aller Tiere weist zum Teil erhebliche Klauenprobleme auf und ist tierärtztlich behandlungsbedürftig. Darüber hinaus befinden sich weitere Tiere in einem schlechten Ernährungszustand.

Mittlerweile steht ein Tierhaltungsverbot im Raum – die dafür notwendigen rechtlichen Schritte wurden bereits im Dezember 2019 eingeleitet.

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Dass es Probleme mit dem Tierschutz und dem Betriebsmanagement auf dem Hof gibt, war den Behörden bekannt. Bereits in 2019 war das Veterinäramt mehrmals zu Kontrollen vor Ort; immer wieder wurden verschiedene Anordnungen getroffen, die aber nicht nachhaltig befolgt wurden, wie jeweils die Nachkontrollen ergaben.

Das Anwesen in Eichholz ist nun der fünfte Betrieb im Allgäu, der in Sachen Tierschutz und -wohl auffällig geworden war. Ein Ende ist aber noch nicht abzusehen. Wohl gibt es noch weitere Tierhaltungsbetriebe die im Visier der Tierschützer stehen. Man darf gespannt sein, wo die Spezialisten aus München mit ihren örtlichen Kollegen aufschlagen werden.