Draghi kündigt milliardenschwere Geldspritze an

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Frankfurt/Main – Der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, hat eine neue Geldspritze angekündigt, mit der die stockende Kreditvergabe in Südeuropa angekurbelt werden soll. Dazu wolle die Zentralbank unter anderem verbriefte Kredite (ABS) aufkaufen, sagte der EZB-Präsident am Donnerstag in Frankfurt. Zudem kündigte Draghi neue langfristige Notenbank-Kredite (LTRO) an, die zunächst ein Volumen von 400 Milliarden Euro haben sollen.

Der EZB-Präsident stellte kurzfristig weitere Maßnahmen in Aussicht, wenn diese notwendig werden sollten. Die Wirtschaft wachse nur schwach, zudem gebe es etwa in den Schwellenländern Risiken, die die Konjunktur belasten könnten, begründete Draghi den Schritt. Der EZB-Präsident forderte die Politik überdies zu weiteren Reformen auf. Zuvor hatte die Zentralbank mitgeteilt, den Leitzins auf 0,15 Prozent und den Einlagenzins auf minus 0,1 Prozent zu senken. Der Leitzins werde „für eine längere Zeit auf dem aktuellen Niveau bleiben“, sagte der EZB-Präsident. Die EZB-Zinssenkung bugsierte den DAX am Donnerstag erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 10.000 Punkten: Um 14:40 Uhr notierte der deutsche Leitindex bei 10.013,69 Zählern. Die EZB hatte am Donnerstag auch den Zinssatz für die sogenannte Spitzenrefinanzierungsfazilität, zu dem sich Geschäftsbanken im Euroraum kurzfristig Geld bei der EZB beschaffen können, von 0,75 auf 0,4 Prozent gesenkt. Die Maßnahmen der EZB ließen den Euro auf ein Viermonats-Tief fallen: Die Gemeinschaftswährung fiel von etwas über 1,36 US-Dollar auf 1,3504 US-Dollar.

Über dts Nachrichtenagentur

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