Döpfner: Stabiles Ökosystem des digitalen Wettbewerbs nötig

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Berlin – Mathias Döpfner, der Vorstandsvorsitzende der Axel Springer SE, fordert angesichts der Vormachtstellung des US-Datenkonzerns Google freiwillige Selbstkontrolle: „Es liegt im Interesse aller, ein langfristig stabiles Ökosystem des digitalen Wettbewerbs zu haben“, sagte Döpfner in einem Interview mit dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). „Unser Baustein ist das Wort, die Information, der Gedanke. Das Greifbare der alten Medienindustrie wird immer unwichtiger. 75 Prozent unseres Anzeigenumsatzes und 67 Prozent unseres operativen Gewinns entstehen mit digitalen Geschäften. Die Struktur hat sich dramatisch verändert“, betonte der Verlagsmanager.

Der NSA-Skandal sei ein Wendepunkt in der Wahrnehmung gewesen, so Döpfner. Er sei sicher, dass die Bürger in den USA in den nächsten fünf bis sieben Jahren sehr kritisch mit Big Data umgehen werden — viel radikaler als Europäer. „Und wenn viele Menschen sagen, das betrifft mich nicht, dann liegt das daran, dass einige globale Sektormonopole ihnen einen verführerischen Deal angeboten haben: Ich kaufe mir mit der scheinbaren Kostenlosigkeit meiner Dienste deine Seele. Und deine Seele heißt: deine Daten, dein Verhalten. Und ich kann deine Daten monetarisieren und dein Verhalten manipulieren. Es ist eine gefühlte Kostenlosigkeit, die am Ende einen viel höheren Preis erfordert: die Freiheit.“

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