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Dienstag. 27. Oktober 2020 / 44

Die größten Pokerstars in Deutschland

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Poker ist fast immer spannend. Das Spiel kreiert große Siege und heftige Niederlagen und bisweilen kürt es Helden. Auch in Deutschland sind immer wieder großartige Pokerspieler aktiv, deren Siege sie über die Landesgrenzen hinaus in der Pokerszene berühmt machen. Der folgende Artikel präsentiert vier dieser Poker-Allstars aus Deutschland. Zwei männliche Poker-Weltmeister sind ebenso dabei wie die erfolgreichste deutsche Pokerspielerin und derjenige Spieler aus Deutschland, der bisher insgesamt die höchsten Preisgelder kassiert hat. Willkommen in der faszinierenden Welt des Pokers.

Pius Heinz

Über 40 Jahre lang wurde die als Poker-Weltmeisterschaft geltende World Series of Poker (WSOP) in den USA veranstaltet, ohne dass ein Deutscher am Ende den Titel für sich beanspruchen konnte. Dann … kam Pius Heinz. Geboren wurde der Deutsche 1989 im kleinen Ort Swisttal nahe Bonn. Mit dem Pokern fing er online im Jahr 2007 an. Sein Nickname lautete damals „MastaP89“ und er war bereits im Internet finanziell erfolgreich. Mehr als 700.000 US-Dollar soll er vor seinem großen Auftritt bei der WSOP im Internet gewonnen haben.

Seinen größten Erfolg feierte er jedoch 2011 mit dem Titel des Poker-Weltmeisters. Beim Main-Event der WSOP wird Texas Hold’em in der Variante „No Limit” gespielt. Pius Heinz gewann dieses Main-Event 2011 damals im Alter von nur 22 Jahren. Er verwies den Tschechen Martin Staszko auf den zweiten Platz, kassierte für seinen Sieg etwa 8,7 Millionen US-Dollar und wurde berühmt. Viele Medien wie die deutsche Zeitung „Welt“ brachten damals Artikel und Bilderreihen über den jungen Sieger.

Als erster deutscher WSOP-Gewinner gehört Pius Heinz ohne Zweifel zu den bekanntesten deutschen Pokerspielern. Der finanziell erfolgreichste ist er allerdings nicht. In der All-Time-Money-List von “The Hendon Mob” befindet er sich aktuell auf Platz 106. Aber auch, wenn einige Deutsche vor ihm liegen. Den Triumph von 2011 kann ihm keiner nehmen. Niemals.

Fedor Holz

Wenn es darum geht, mit Pokern möglichst viel Geld zu verdienen, ist niemand erfolgreicher als Fedor Holz. Einen Weltmeistertitel bei der WSOP kann der im Juli 1993 in Saarbrücken geborene Pokerspieler zwar nicht vorweisen. Dafür hat er aber einen immens hohen Gesamtgewinn. Laut All-Time-Money-List kassierte Holz bisher Preisgelder in der Gesamthöhe von etwa 32,5 Millionen US-Dollar. Das sichert ihm einen Platz in der globalen Top-10 (Rang 8) der finanziell erfolgreichsten Pokerspieler. Angeführt wird diese Liste (Stand 9/2020) von Bryn Kenney mit etwa 56,4 Millionen US-Dollar Preisgeld. Zweitbester Deutscher ist Christoph Vogelsang mit ungefähr 25 Millionen.

Wie Pius Heinz begann Fedor Holz seine Pokerkarriere im Onlinepoker. Hier gewann er im September 2014 die World Championship of Online Poker (WCOOP) und stand etwas später für eine Woche auf Rang 1 im sogenannten PocketFives-Ranking. Diese Rangliste präsentiert die weltweit erfolgreichsten Online-Turnierspieler. Auch offline feierte Holz große Erfolge. 2015 erhielt er dafür bei den European Poker Awards den Titel als Europas Spieler des Jahres. Weitere große Triumphe gab es für ihn 2016.

Allein 2016 erspielte Holz Preisgelder in Höhe von 16 Millionen US-Dollar. Ein Highlight war dabei sicherlich der Sieg beim High Roller for One Drop, dem teuersten Event der WSOP 2016. Er brachte ihm ungefähr fünf Millionen US-Dollar und ein Bracelet ein. Neben dem Preisgeld sind das die Trophäen für die Sieger bei einem WSOP-Turnier. Ein zweites Bracelet erhielt Holz 2020 bei der WSOP Online. Fedor Holz lebt heute in Wien.

Sandra Naujoks

Sandra Naujoks ist finanziell eindeutig die beste Pokerspielerin Deutschlands. In der Women’s All Time Money List liegt sie mit einem Preisgeld von knapp 1,8 Millionen US-Dollar auf Platz 18 und ist damit die einzige Deutsche in den Top-100. Jamila von Perger folgt mit über 438.000 US-Dollar auf Platz 115. „Man muss aus einem ganz bestimmten Holz geschnitzt sein, um in dieser Männerdomäne standhaft zu bleiben“, urteilte Sandra Naujoks über Frauen im Poker 2012 in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Dass sie aus dem richtigen Holz fürs Pokerspielen geschnitzt ist, hat sie mehrfach bewiesen.

Naujoks wurden 1981 in Dessau geboren und erhielt in der Pokerszene den Namen „Black Mamba“. Sie begann ebenfalls mit Onlinepoker, spielte irgendwann aber fast nur noch offline. Ihr größter Erfolg war der Sieg beim Main-Event der European Poker Tour 2009 in Dortmund. Für den Sieg erhielt sie damals über 900.000 Euro. Bereits ein Jahr zuvor verlieh man ihr bei den European Poker Awards 2008 den Titel als Europe’s Leading Lady. 

Hossein Ensan

Acht Jahre nach dem Sieg von Pius Heinz beim Main-Event der WSOP schaffte es ein weiterer Deutscher, WSOP-Poker-Weltmeister zu werden. Der ursprünglich aus Teheran stammende und heute im nordrhein-westfälischen Greven lebende Pokerspieler Hossein Ensan gewann das Turnier in Las Vegas im Jahr 2019. Er verwies den Italiener Dario Sammartino auf Rang 2 und erhielt für seinen Sieg zehn Millionen US-Dollar. Poker spielt Ensan bereits seit 2002. Teilnehmer an renommierten Offline-Turnieren ist er jedoch erst seit 2013. Der WSOP-Sieg

Ists ein größter Erfolg, aber nicht sein einziger. 2014 erzielte er den dritten Platz bei der European Poker Tour in Barcelona. Und 2015 gab es für ihn aufgrund eines Siegs beim Main-Event der European Poker Tour in Prag ein Preisgeld von mehr als 750.000 Euro. In der All-Time-Money-List liegt er aktuell mit etwa 13 Millionen US-Dollar Gewinn auf Rang 55.

Und da wären dann noch …

Natürlich sind die vier hier genannten Helden des deutschen Pokerns nicht die einzigen, die es verdient haben, genannt zu werden. Ole Schemion gehört ebenso zu den ganz großen deutschen Pokerstars. Er lag zwischen Dezember 2014 und April 2015 auf Platz 1 der Pokerweltrangliste. Christoph Vogelsang und Rainer Kempe sind hinter Fedor Holz die finanziell erfolgreichsten Spieler. Und so ist die Auswahl für diesen Artikel immer auch ein wenig subjektiv. 

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