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Sonntag. 24. Oktober 2021 / 42

Die Generation Y: Sind die Millennials unfähig eine Beziehung zu führen?

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Die Generation Y trägt nicht nur den zusätzlichen Namen Millennials, sondern gleichzeitig wird auch hier immer von der Generation der Beziehungsunfähigen gesprochen. Betroffen ist also die Generation, die zwischen 1980 und 1990 geboren ist. Ist es tatsächlich so, dass sie wirklich keine Beziehungen führen wollen und sich lieber mit sich selbst beschäftigen, weil dies heutzutage Usus geworden ist? Denn einen fleshlight kaufen klingt einfacher, als sich einen Partner zu suchen und womöglich enttäuscht zu werden, außerdem kann auf diese Weise auch das rein sexuelle Verlangen befriedigt werden.

Doch ist es wirklich so einfach und so dogmatisch, wie immer behauptet wird? Wohl eher nicht. Auch wenn eines sicherlich richtig ist, und zwar kann der Generation Y ein starker Unabhängigkeitsdrang attestiert werden. Das kann deutliche Auswirkungen auf die beruflichen Entscheidungen und auch bezüglich der Entscheidungen hinsichtlich einer Beziehung haben.

Die Welt entdecken

Das Hauptaugenmerk der Millennials liegt darauf, die Welt zu entdecken und das Leben voll auszukosten. Es zeigt sich darüber hinaus, dass auch klassische Lebensziele oftmals verschoben werden. So wollen zum Beispiel 50 % der Generation Y lieber erst einmal weite Reisen machen und verschieben zugunsten dieser Reisen das Kinderkriegen. Aus demselben Grund verschieben 49 % das Heiraten und 42 % verschieben den Kauf eines Eigenheims. Sicherlich sind dies alles Hinweise darauf, dass Beziehungen eher eine untergeordnete Rolle spielen.

Die Familie aber hat Priorität

Erstaunen mag dann aber wiederum die unumstößliche Tatsache, dass die Familie bei der Generation Y mit Abstand den wichtigsten Platz einnimmt. Diese zeigte eine Absolventenstudie des Kienbaum-Instituts im Jahr 2018. Die hier gestellte Frage bezog sich auf die wichtigsten Werte im eigenen Leben. Hier standen Freunde und Familie absolut eindeutig an Platz eins. Karriere und Erfolg belegten laut dieser Studie erst den zweiten Rang. Genau genommen kristallisiert sich deutlich heraus, die Millennials extrem traditionell veranlagt sind. Zwar zeigt sich in dieser Generation ein starker Freiheitsdrang, doch die Studie zeigte auch gleichzeitig, dass das Thema Reisen erst Rang vier in Sachen Lebensprioritäten belegt.

Beziehungen finden schneller ein Ende

Eine sehr deutliche Veränderung hinsichtlich der Einstellung zu Beziehungen zeigt sich aber tatsächlich. Klar ist, dass die Generation Y eine andere Vorstellung von Partnerschaft hat. Die Generation vor den Ypsilonern sehnte sich noch nach dem klassischen Beziehungsmodell. Die Ehe stand hier noch sehr hoch im Kurs. Etwas anders sieht das jedoch in der Generation Y aus. In Beziehungsfragen zeigt sich die Generation Y sehr viel offener und auch Polygamie ist hier wirklich kein Fremdwort mehr. Das Motto lautet eher: „Kürzer, öfter und auch intensiver“. Auch die Ypsiloner sehen sich nach einer festen Partnerschaft, nur werden Beziehungen zum einen schneller beendet und zum anderen werden sie auch oftmals anders gestaltet.

Die Leidensbereitschaft ist hier sehr gering

Anders als in allen Vorgängergenerationen löst diese Generation eine entstandene Leidenssituation sehr viel schneller auf. Sobald sich zeigt, dass eine Beziehung nicht mehr mit den eigenen Lebenssituationen übereinstimmt, sind die Ypsiloner schnell bereit sich zu trennen, anstatt in einer solchen Situation zu verharren. Doch dieses Verhalten zeigt sich nicht nur in puncto Beziehungen, sondern auch hinsichtlich des Arbeitsplatzes. Entspricht dieser nicht mehr den persönlichen Vorstellungen, sind die Ypsiloner schnell bereit den Arbeitsplatz zu wechseln.

Deutlich veränderte Rollenbilder

Für beide Geschlechter sind die persönliche Freiheit und die Selbstverwirklichung extrem wichtig. Ein deutliches und starkes Indiz dafür ist die Tatsache, dass heutige Beziehung vollkommen anders konzipiert sind als früher. Das starre Rollenbild ist hier nicht mehr existent und es ist vieles innerhalb einer Beziehung erlaubt. Beide Partner gehen arbeiten und sind somit finanziell unabhängig.

Inzwischen ist die Gleichberechtigung innerhalb einer Beziehung zur Selbstverständlichkeit geworden. Problematisch erweist sich das allerdings dann, wenn berufliche Entscheidungen anstehen. Wenn es zum Beispiel darum geht, einen lukrativen Job in einer anderen Stadt oder im Ausland anzunehmen, dann hat der Partner in der Generation Y ein eher untergeordnetes Mitspracherecht.

Kinder und die Generation Y

An dieser Stelle wird das Ganze etwas komplizierter. Auf der einen Seite hat die oberste Priorität die Familie. Allerdings ist die Selbstbestimmung natürlich nach wie vor ein wichtiges Thema. In dieser Generation ist es längst üblich, dass sich Mutter und Vater gleichberechtigt um die Kinder kümmern. Wenn es nun also um einen Wohnorts- bzw. Jobwechsel geht, besteht eindeutig Klärungsbedarf. Hier sind also Kompromisse gefordert, bei der die Selbstbestimmung oftmals ein Stück weit zurückstecken muss. Das fällt den Ypsilonern nicht immer ganz leicht, denn es sind gleich zwei wichtige Lebensziele betroffen, die sofort in Konkurrenz treten.

Oder ist es gar nicht kompliziert?

Hoffnung machen aber die Ergebnisse der Shell-Jugendstudie. Hier zeigte sich ziemlich deutlich, dass die Jugendlichen über ein äußerst bodenständiges Wertesystem verfügen. Denn bei den Ypsilonern haben laut dieser Studie die Familie, der feste Partner und Freundschaften die oberste Priorität. Nichtsdestotrotz spielt aber die Selbstverwirklichung bei dieser Generation eine sehr wichtige Rolle, wobei das Bedürfnis nach familiärem Zusammenhalt sehr groß ist. Allerdings ist das bei dem einen stärker ausgeprägt und bei dem anderen etwas weniger.

Ein weiteres Indiz hierfür ist, dass sich die Beziehung der Generation Y verglichen mit den Vorgängersituationen, zu ihren Eltern, deutlich verändert hat. Viele Ypsiloner bleiben in der Nähe ihrer Eltern wohnen oder sie besuchen sie regelmäßig. Auch Familienfeiern, sind fest im Kalender vermerkt. Darüber hinaus sucht die Generation gern und häufig Rat bei den eigenen Eltern.

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