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Sonntag. 18. April 2021 / 15

Die digitale Gesundheitsversorgung erfordert eine neue Denkweise sowie neue Technologien

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Die Nutzung von digitalen Technologien zieht sich durch alle Lebensbereiche und von daher ist es absehbar, dass sie vor der Gesundheitsversorgung nicht halt machen wird. Der Deutsche Ärztetag hat schon 2018 die ersten Schritte für Online-Sprechstunden eingeleitet. Er hat sich für eine Lockerung des Fernbehandlungsverbotes ausgesprochen, aber bislang wurde diese Lockerung für reine Online-Sprechstunden eher wenig genutzt. 

Die ersten Schritte in Richtung Digitalisierung

Dafür haben sich im ersten Schritt Ärzte- und Apotheken-Services etabliert. Diese werden gerne nach der Erstdiagnose in Anspruch genommen, wenn die benötigten Medikamente bekannt sind. Der Patient weiß, welche Medikamente er in welcher Dosis einnehmen muss. 

So kann zum Beispiel bei DoktorABC Online Arzt das benötigtes Medikament einfach online bestellt werden. Dazu wird ein Fragebogen ausgefüllt und dieser wird von einem Arzt gesichtet. Nach sorgfältiger Prüfung entscheidet der Arzt, ob das Medikament verschickt werden kann oder ob noch Rückfragen gestellt werden müssen. Dadurch wird maximale Sicherheit gewährleistet, die Patienten sparen Zeit und Geld, da sie nicht für das Rezept zum Arzt fahren müssen und auch die Hausärzte profitieren von diesem System, da ihr Wartezimmer spürbar entlastet wird. 

Der gesetzliche Rahmen

Im November 2019 ist der Bundestag den nächsten Schritt gegangen und hat dem „Digitale-Versorgung-Gesetz“ zugestimmt. Durch dieses Gesetz ist es möglich, dass Patienten über eine Gesundheits-App Rezepte erhalten, Online-Sprechstunden nutzen können oder sich Krankschreibungen über die App ausstellen lassen können. Die Kosten für die App sollen nach dem Willen der Gesetzgeber von den gesetzlichen Krankenkassen getragen werden. Es soll für Apotheken und Krankenhäuser verpflichtend sein, sich der Telematik-Infrastruktur anzuschließen, Pflege- und Rehabilitationseinrichtungen können sich freiwillig anschließen. 

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat am 8.5.2020 eine Bekanntmachung auf seiner Webseite veröffentlicht, die Richtlinien zur Förderung von Projekten zum Thema „Medizintechnische Lösungen für eine digitale Gesundheitsversorgung“ vorgibt. Damit möchte das Bundesministerium die Digitalisierung im Gesundheitssystem vorantreiben. Man verspricht sich dadurch mehr Transparenz und schnellere Hilfe. Das erklärte Ziel der Fördermaßnahmen ist, die Zusammenarbeit von Wirtschaft, Wissenschaft und Anwendern zu verstärken und so die Patientenversorgung und die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems zu verbessern und effektiver zu gestalten.

All diese Maßnahmen führen dazu, dass die digitale Gesundheitsversorgung allmählich Fahrt aufnimmt und auch in den Köpfen der Menschen landet. Schon dieses Jahr hat die Telemedizin einen starken Aufschwung erfahren. Waren es am Anfang des Jahres noch 8 % der befragten Ärzte, die virtuelle Patiententermine durchgeführt haben, so liegt der Anteil inzwischen bei über 25 %. Gerade in den ländlichen Bereichen können virtuelle Patiententermine zu einer Entspannung des Ärztemangels führen. Lange Anreisen von Patienten zum Arzt und vom Arzt zu den Patienten können so reduziert werden. 

Der Blick in die Zukunft

Es sieht so aus, als ob bei der digitalen Gesundheitsversorgung nach und nach alle Teilnehmer mit ins Boot geholt werden können. Die Regierung schafft den gesetzlichen Rahmen, der allen Beteiligten dabei hilft, gesetzeskonform an der Umsetzung zu arbeiten. IT-Unternehmen beschäftigen sich mit der komplexen Umsetzung der Gesundheits-App, die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Datensicherheit und Datenschutz geprüft wird, bevor sie für den Markt zugelassen wird. Hausärzte werden durch den Ärzte- und Apotheken-Service bei der einfachen Ausstellung von Rezepten entlastet und Ärzte fangen an, Online-Sprechstunden anzubieten. Das Ziel ist klar: Das Gesundheitssystem soll effizienter gestaltet werden und damit sollen auch unnötige Behandlungen und Arztbesuche vermieden werden. Nur wenn alle am gleichen Strang ziehen, kann die Gesundheitsversorgung auf ein neues Level gehoben werden. Wer sich früh genug darüber Gedanken macht und diesen Wandel als Chance versteht, wird davon profitieren.

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