Fernwärme-Leuchtturmprojekt im Allgäu: Nachhaltiger Flüssigboden von Max Wild revolutioniert den Leitungsbau

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Im Allgäu entsteht derzeit ein Energieprojekt der Superlative: Die e-con AG setzt mit der „Regenerativen Wärmeversorgung Memmingen Süd und Benningen“ neue Maßstäbe. Um dieses gigantische Netz aus Fernwärme, Fernkälte und Glasfaser (LWL) langfristig sicher und nachhaltig zu betreiben, kommt ein innovativer Baustoff aus der Region zum Einsatz: der Flüssigboden der Max Wild GmbH aus Berkheim.

Innovation trifft Ressourcenschonung

Statt der herkömmlichen Sandbettung setzt die e-con AG auf einen zeitweise fließfähigen, selbstverdichtenden Verfüllbaustoff (ZFSV). Der Flüssigboden von Max Wild wird aus mineralischen Bauabfällen und Bodenaushub aufbereitet. Das schont wertvolle Ressourcen und ist ein entscheidender Baustein für CO2-reduziertes Bauen in der Region.

„Es hat sich absolut ausgezahlt. Während des Baus hatten wir mit Hochwasser und schwankendem Grundwasser zu kämpfen – der Flüssigboden hat uns hier vieles erleichtert“, erklärt Peter Waizenegger, Vorstand der e-con AG.

Die Vorteile im Fernwärmenetz

Warum ist Flüssigboden die bessere Wahl für ein 100 % regeneratives Wärmenetz?

  • Wiederaushubfähigkeit: Der ausgehärtete Boden lässt sich später einfach mit dem Spaten lösen. Das garantiert schnellen Zugriff bei Reparaturen oder Erweiterungen, ohne schwere Geräte.

  • Schutz der Rohre: Der Flüssigboden umhüllt die bis zu 45 cm dicken Leitungen vollflächig. Das reduziert Reibungskräfte und damit den Rohrverschleiß erheblich.

  • Effizienz: Das Material ist bereits nach ca. 24 Stunden begeh- und überbaubar – ideal für Verlegungen unter Straßen und Gehwegen.

Ein Leuchtturmprojekt für das Allgäu

Das Fernwärmeprojekt versorgt künftig die Gemeinde Benningen sowie Teile von Memmingen und große Industriekunden wie Rohde & Schwarz mit jährlich 30.000 MWh Wärme.

Der regenerative Mix ist beeindruckend:

  • Hackschnitzelkessel und Großwärmepumpen bilden die Energiezentrale.

  • Der Betrieb erfolgt über Ökostrom von den Photovoltaikanlagen des Allgäu Airports.

  • Einsparung: Bis zu 2,5 Millionen Kubikmeter Erdgas und 6.000 Tonnen CO2 pro Jahr.

Herausforderung Grundwasser gemeistert

Besonders beim Anschluss der Riedbachstraße in Memmingen zeigte der Flüssigboden seine Stärken. Trotz hoher Grundwasserstände nach dem Hochwasser im Mai 2024 konnte auf eine aufwendige Grundwassersenkung verzichtet werden. Da der Baustoff selbstverdichtend ist, entfällt der Einsatz von Rüttelplatten, was zudem angrenzende Gebäude und bestehende Leitungen vor Erschütterungen schützt.

Ausblick: Ein Netz für die nächsten Jahrzehnte

Die e-con AG plant, das Netz in den kommenden 20 Jahren stetig zu erweitern. Dank der individuellen Rezeptur aus dem geotechnischen Labor von Max Wild ist das Fernwärmenetz bestens für die Zukunft gerüstet. „Beim Ausbau der Hauptleitung werden wir sicherlich wieder auf Flüssigboden setzen“, so Waizenegger abschließend.

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