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Samstag. 28. Mai 2022 / 21

Beratungsstellen werfen Behörden Untererfassung rechter Gewalt vor

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Der Verband der Beratungsstellen für Opfer rechter Gewalttaten hat auch in diesem Jahr wieder die offizielle Opfer-Statistik in Zweifel gezogen. „Wir sehen mit Besorgnis, dass die Untererfassung rechter Gewalt zunimmt“, erklärte Robert Kusche vom Vorstand des Beratungsstellenverbands VBRG am Dienstag in Berlin. Der Verband legte eine eigene Statistik für das Jahr 2021 vor. Demnach gab es im vergangenen Jahr 1391 politisch rechts motivierten Gewalttaten, von denen 1830 Menschen betroffen gewesen seien.
Die Zahlen des Verbands beziehen sich lediglich auf die ostdeutschen Bundesländer zuzüglich Baden-Württemberg, Berlin, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein. Das Bundesinnenministerium und das Bundeskriminalamt (BKA) hatten am Dienstag eine eigene Statistik zur politisch motivierte Kriminalität 2021 vorgelegt. Darin wurden bundesweit 1042 Gewalttaten dem rechten Spektrum zugerechnet.
Dem Verband VBRG zufolge waren rund zwei Drittel der dokumentierten Fälle rechter Gewalt rassistisch motiviert und richteten sich überwiegend gegen Menschen mit Migrations- oder Fluchterfahrungen und Schwarze Deutsche.
„Das sichtbare Ausmaß rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt ist dramatisch – trotz monatelanger pandemiebedingter Ausgangsbeschränkungen“, erklärte Kusche. „Viele Menschen werden in ihrem direkten Lebens- und Wohnumfeld durch die unerträgliche Normalität von Antisemitismus und Rassismus massiv verletzt, bedroht und gedemütigt.“
pw/mt

© Agence France-Presse

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