Der Polizeibericht aus der Mai-Nacht

Symbolbild - Bringezu

Symbolbild – Bringezu

Die zurückliegende Freinacht verlief im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West relativ ruhig, obwohl für die Mainacht typisch ein erhöhtes Notruf- und Einsatzaufkommen festzustellen war. Der gravierendste Vorfall ereignete sich in Günzburg, bei dem ein privater Maibaum geraubt und der Eigentümer leicht verletzt wurde.

 

Im Zeitraum vom 30. April, 19 Uhr bis 01. Mai, 07 Uhr wurden insgesamt 207 Notrufe bei der Einsatzzentrale in Kempten registriert. Dies ist ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (2014: 180 Notrufe), der trotz der relativ schlechten Witterung zu verzeichnen war.

Die Polizei rückte insgesamt zu 68 Einsätzen mit Freinachtbezug aus. Dabei lagen in der Mehrzahl keine Straftaten vor und die Beamten konnten beispielsweise in Fällen von Ruhestörungen rasch für Ruhe sorgen. In der gesamten Nacht wurden bis heute Morgen neun Fälle von Sachbeschädigungen registriert, wobei erfahrungsgemäß im Laufe des Tages noch weitere Fälle hinzukommen dürften. Erfreulicherweise waren bis zum Vormittag noch keine Körperverletzungsdelikte bekannt, die im direkten Zusammenhang mit der Freinacht zu sehen sind.

Die Eingriffe in den Straßenverkehr hielten sich glücklicherweise ebenfalls in Grenzen. Vereinzelt wurden von unbelehrbaren Personen Gegenstände oder Verkehrsschilder auf die Fahrbahn gelegt, wobei dies stets rechtzeitig bemerkt wurde und sich keine Unfälle ereigneten.

Es wurden auch verhältnismäßig wenig alkoholisierte Autofahrer festgestellt. Dennoch werden demnächst drei Männer zumindest temporär auf ihre Fahrerlaubnis verzichten müssen. In Neu-Ulm verursachte ein 54-Jähriger im alkoholisierten Zustand einen Verkehrsunfall. Ein anderer 21-jähriger Pkw-Führer war mit über 1,1 Promille in Neu-Ulm kontrolliert worden und ein 54-Jähriger führte in Altusried einen Pkw, obwohl er über 0,5 Promille intus hatte.

Der Raub eines privaten Maibaums in der Brentanostraße in Günburg war sicherlich der negative Höhepunkt in der vergangenen Nacht. Dort hatte ein 19-Jähriger für seine Freundin einen privaten Maibaum im Garten aufgestellt und diesen zusammen mit einem 18-Jährigen bewacht. Gegen 03.15 Uhr kamen vier unbekannte Täter auf das Grundstück und nahmen den Maibaum gewaltsam mit. Der 19-Jährige wurde hierbei zu Boden gebracht und dort fixiert, während die anderen Täter mit einer Handaxt den Baum fällten und mitnahmen. Der junge Mann wurde im Gesicht und an der Hand verletzt und deshalb ambulant behandelt.

Trotz dieses sehr unschönen Vorfalls und den bekanntgewordenen Straftaten, kann man zum jetzigen Zeitpunkt von einem weitestgehend positiven Verlauf der Mainacht sprechen, bei dem die Regeln des Brauchtums von der Mehrzahl respektiert wurden. Begünstigend wirkte sicherlich die nasse Witterung, aber auch die erhöhte Polizeipräsenz während der gesamten Freinacht dürfte für diesen Trend mitverantwortlich gewesen sein. Im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ist bislang eine leicht verletzte Person (Opfer Maibaum-Raub) bekannt und es wird ein Gesamtschaden von ca. 2.500 Euro angenommen.

Einzelne Fälle aus den Landkreisen:

SONTHOFEN, LKR. OBERALLGÄU. Gegen 22 Uhr trat in der Dekan-Ried-Straße eine 5-köpfige Gruppe von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 16 Jahren auf, die zunächst Straßenlaternen austraten. Als sie von einer 26-jährigen Anwohnerin darauf angesprochen wurden, warf einer aus der Gruppe einen Feuerwerkskörper auf die Terrasse der Dame. Die alarmierte Polizei konnte kurz darauf die Gruppe stellen und diese intensiv über Brauchtum und dessen Inhalt und Grenzen belehren. Es wurde niemand verletzt und es entstand auch kein Sachschaden.

ERKHEIM, LKR. UNTERALLGÄU. Gegen 21.30 Uhr wurde eine Gruppe Jugendlicher im Falchenweg gemeldet, die angeblich mit Eier werfen und Rasierschaum schmieren würden. Die Jungs konnten zwar von der Polizei angetroffen werden, aber etwaige Sachbeschädigungen ließen sich ihnen nicht erkennen. Ein 13-Jähriger hatte Böller und Raketen dabei, die sichergestellt wurden. Er wurde daraufhin seiner Mutter übergeben.

BAD GRÖNENBACH, LKR. UNTERALLGÄU. Gegen 02.15 Uhr zogen Polizeibeamten einen Traktoranhänger von der Gerberstraße. Dieser war von Unbekannten auf die Fahrbahn gezogen worden und stellte ein unbeleuchtetes Hindernis dar.

KAUFBEUREN, LKR. OSTALLGÄU. Gegen 21.13 Uhr kam es zu einer Sachbeschädigung an der Turnhalle in der Turnerstraße. Dort hatte eine Personengruppe die Glasscheibe einer Zwischentüre eingeschlagen. Drei Zeugen sahen noch die mutmaßlichen Täter davonrennen. Der Schaden wird auf 400 Euro geschätzt. Die Ermittlungen der Polizei Kaufbeuren laufen.

BELLENBERG, LKR. NEU-ULM. Gegen 22.10 Uhr bemerkten zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes einen beschädigten Verteilerkasten in der Banhofstraße. Der Postverteilerkasten wurde wahrscheinlich durch Fußtritte aus der Verankerung gerissen. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 400 Euro. Bislang gibt es keine Täterhinweise. Zeugen des Vorfalls sollen sich bitte bei der PI Illertissen melden.

HEIMENKIRCH, LKR. LINDAU. Gegen 23 Uhr brannte in der Jahnstraße ein Papiercontainer. Dieser war anscheinend absichtlich in Brand gesetzt worden. Da die Feuerwehr Heimenkirch das Feuer sehr schnell gelöscht hatte, hält sich der Sachschaden mit ca. 500 Euro noch halbwegs in Grenzen. Die polizeiliche Fahndung erbrachte keine Täterhinweise.

BURGAU, LKR. GÜNZBURG. Gegen 05 Uhr wurde der Polizei eine Schlägerei am Sportplatz in der Schützenstraße mitgeteilt. Beim Eintreffen der Polizei waren allerdings keine Personen vor Ort, mit Ausnahme einer Putzfrau, die nichts von einer körperlichen Auseinandersetzung mitbekommen hat. Möglicherweise hatte sich der Mitteiler nur einen schlechten Scherz mit der Polizei erlauben wollen.