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Mittwoch. 03. März 2021 / 09

COVID-19 | Ärzte des Bundeswehrkrankenhaus Ulm tragen zur Verbesserung im Rahmen der COVID-19 Pandemie bei

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Pathologie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm Teil des Autopsie-Netzwerks im Kampf gegen Pandemien

Autopsien sind ein wichtiges Qualitätssicherungsinstrument in der Medizin und helfen beim Verständnis neuer Infektionskrankheiten. Dies zeigte sich auch in der aktuellen Corona-Pandemie, wo Erkenntnisse aus den Autopsien – beispielsweise zum Mechanismus des Lungenversagens und zu Gerinnungsstörungen bei COVID-19 – unmittelbar zur Entwicklung neuer Behandlungskonzepte beitrugen.

Bundesweites Forschungsnetzwerk

Um Kompetenzen zu bündeln, hat sich jetzt unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) und der Universitätsklinik der RWTH Aachen das bundesweite Forschungsnetzwerk „Autopsien bei Pandemien“ gegründet. Die Abteilung Pathologie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm ist Teil dieses DEFEAT PANDEMIcs („Pandemien besiegen“) genannten Netzwerks, dessen Ziel es ist, bei Autopsien gewonnene Erkenntnisse für die Bewältigung der aktuellen Pandemie und künftiger Infektionsgeschehen zu nutzen.

Entscheidend ist eine systematische Analyse gesammelter Gewebe und Körperflüssigkeiten etwa in Form von virologischen, genomischen oder bildgebenden Untersuchungen in einem Register[1]. Die Abteilung Pathologie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm unter der Leitung von Oberfeldarzt Prof. Dr. Dr. Konrad Steinestel war bereits seit April 2020 am Aufbau eines deutschlandweiten Registers von COVID-19-Autopsien beteiligt; das neue Netzwerk DEFEAT PANDEMIcs kann somit auf bereits bestehende Netzwerkstrukturen zurückgreifen.

Unmittelbarer Benefit für Patienten

„Die im Rahmen der Autopsien gewonnenen Erkenntnisse über die Pathophysiologie von COVID-19 und andere Infektionskrankheiten kommen unmittelbar unseren Patienten zugute. Dies ist ein gutes Beispiel für die Bedeutung translationaler Forschungsergebnisse für unsere tägliche klinische Arbeit“, so Oberfeldarzt Prof. Dr. Dr. Steinestel. „Am Bundeswehrkrankenhaus Ulm existieren mit dem aktiven Schwerpunkt Pneumologie und dem neugegründeten Forschungsmanagement ideale Voraussetzungen für einen gegenseitigen Austausch zwischen Forschung und Krankenversorgung. Die Einladung zur Mitarbeit in diesem Forschungsnetzwerk gemeinsam mit den Universitätskliniken und den großen Fachgesellschaften ist auch eine Anerkennung unserer bisherigen Arbeit in diesem Bereich.“

[1] : https://www.ukaachen.de/kliniken-institute/institut-fuer-pathologie/register-covid-19-obduktionen/register-vorstellung/

 

Pneumologie und Pathologie gemeinsam

Eine gemeinsame Arbeitsgruppe aus Pathologie und Pneumologie unter Leitung von Oberfeldarzt Dr. Daniel Gagiannis konnte bereits erste Ergebnisse zur Rolle von Autoimmunprozessen bei der durch COVID-19 verursachten Lungenschädigung[1] publizieren, mehrere weitere Arbeiten sind – auch im Rahmen nationaler sowie internationaler Kooperationsprojekte – derzeit in Vorbereitung.

An dem neuen Forschungsverbund ist die Abteilung Pathologie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm neben 27 deutschen Universitätskliniken sowie dem Robert Koch-Institut (RKI), dem Heinrich-Pette-Institut (HPI) und den Fachgesellschaften für Pathologie, Neuropathologie, Rechtsmedizin und Virologie beteiligt.

[1] https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fimmu.2020.587517/full

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