-0.6 C
Memmingen
Sonntag. 29. November 2020 / 48

Corona-Pandemie: Spahn sieht exponentielles Wachstum gebrochen

-

ANZEIGE
Print Friendly, PDF & Email
Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bewertet das November-Maßnahmenpaket der Bundesregierung in der Coronakrise als Erfolg. „Der Wellenbrecher funktioniert doch“, sagte Spahn im der „Welt“-Streitgespräch mit FDP-Chef Christian Lindner. „Das exponentielle Wachstum ist gebrochen. Wir sind uns einig, dass das nicht reicht. Aber es ist gelungen – einmal mehr.“

Der Minister rechtfertigte die hohe Bedeutung, die die Regierung den Infektionszahlen beimisst. „Wir sind das Land mit einer der ältesten Bevölkerungen weltweit“, sagte Spahn. „Wenn die Infektionszahlen steigen, steigt früher oder später auch der Behandlungsbedarf auf den Intensivstationen.“ Belgien, die Niederlande und Frankreich hätten Deutschland erneut gebeten, Patienten aufzunehmen, weil die Intensivkapazitäten dort ausgeschöpft sind. „Ich will, dass wir die Welle brechen, bevor unnötig viel Leid in den Krankenhäusern entsteht“, sagte Spahn. Es führe kein Weg daran vorbei, die Infektionszahlen insgesamt niedrig zu halten. Bislang habe die Bundesregierung dabei mit vergleichsweise milden Maßnahmen gute Ergebnisse erreicht. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner warf der Regierung dagegen Strategielosigkeit vor. „Meine Befürchtung ist: Wir finden aus dem aktuellen November-Lockdown in diesem Jahr nicht wieder raus“, sagte Lindner. „Und falls wir ihn beenden, dann ist wenige Wochen später der nächste da. Das wäre eine Stop-and-Go-Politik, die enormen sozialen und wirtschaftlichen Schaden verursacht.“ Die Wellenbrecher-Strategie der Regierung funktioniere nicht, sie sei nicht dauerhaft durchhaltbar: „Das Erfolgskriterium für den Wellenbrecher ist für mich nicht nur die Senkung der Zahlen, sondern auch die Zeit danach. Kann man wieder öffnen, oder wird ein dauerhafter Lockdown daraus? Nach Öffnung sieht es nicht aus“, so der FDP-Chef. Mit einem besseren Schutz der Risikogruppen wäre die Schließung von Gastronomie, Kultur, Freizeit und Sport unnötig gewesen, sagte Lindner: „Es ist möglich, auch öffentliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben zu ermöglichen, sofern Abstand und Hygiene eingehalten werden.“

Jens Spahn, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Jens Spahn, über dts Nachrichtenagentur

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE