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Donnerstag. 28. Januar 2021 / 04

Buchenberg | Polizei: Umfangreiche Waffen und Betäubungsmittel sichergestellt

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Foto: Polizei

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Seit den frühen Morgenstunden am Donnerstag, 07.05.2020, bis in den Vormittag hinein, durchsuchten Beamtinnen und Beamte der Polizeiinspektion Kempten zwei Anwesen im Bereich Buchenberg im Oberallgäu.

Die Polizeiinspektion Kempten erhielt umfangreiche Unterstützung von der Kripo Kempten, den Operativen Ergänzungsdiensten (OED) Kempten, der Bayerischen Bereitschaftspolizei sowie Spezialeinheiten SEK. Insgesamt waren etwa einhundert Beamtinnen und Beamte im Einsatz.

Beamte der Polizeiinspektion Kempten führten Ende Juni 2019 bei zwei Männern eine Durchsuchung aufgrund einer Mitteilung durch, dass sich dort ein weiterer Mann mit einer Schusswaffe aufhalte. Diese Durchsuchung führte dann auch bei den beiden Männern zu umfangreichen Waffenfunden. Alle Waffen (darunter mehrere Schreckschusswaffen, Elektroschocker, „scharfe“ Kurz- und Langwaffen sowie Waffenteile wie Schalldämpfer) wurden sichergestellt. Zudem beschlagnahmten die Beamten auch noch geringe Mengen an Betäubungsmittel.

Aus diesen Sicherstellungen resultierte ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Kempten. Es wurden unter anderem Gutachten zur Bewertung der Funde in Auftrag gegeben. Aufgrund dieser Erkenntnisse beantragte die Staatsanwaltschaft beim Amtsgericht Kempten Durchsuchungsbeschlüsse wegen Verstößen nach dem Waffengesetz. Die erlassenen Beschlüsse wurden im Laufe des heutigen Tages vollzogen. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen fanden die Beamtinnen und Beamten erneut umfangreiches Waffenmaterial sowie Betäubungsmittel, obwohl die Polizei bereits letztes Jahr fündig wurde.

Unter den sichergestellten Gegenständen befand sich ein vollautomatisches Sturmgewehr, das dem Kriegswaffenkontrollgesetz unterliegt, mehrere Langwaffen (darunter ein Repetiergewehr und eine Kipplaufflinte) und -teile, sechs „scharfe“ Kurzwaffen, über 400 Schuss Munition für Lang- und Kurzwaffen, diverse erlaubnispflichtige Schreckschusswaffen, weitere verbotene Gegenstände nach dem Waffengesetz, circa 350 Gramm Schwarzpulver sowie 14 erlaubnispflichtige oder verbotene pyrotechnische Gegenstände.
Zudem beschlagnahmten die Beamten circa 120 Gramm Marihuana, sechs Cannabispflanzen und etwa 15 Gramm Amphetamin.
In den Anwesen wurden zudem diverse Selbstlaborate und eine Vielzahl an Waffenteilen sichergestellt. Die Beamten entdeckten auch Werkstattmaterial, das für die Herstellung und die Weiterverarbeitung von Waffen geeignet wäre.
Nach derzeitigem Ermittlungsstand beläuft sich die Anzahl der sichergestellten Asservate auf über 200, davon unterliegen etwa 110 dem Waffengesetz.

Die genaue Anzahl der schussfähigen Waffen ist derzeit noch unklar. Die Gegenstände werden im weiteren Verlauf der Ermittlungen im Benehmen mit der Staatsanwaltschaft Kempten zur Erstellung von Gutachten an das Bayerische Landeskriminalamt übergeben.

Die zwei Männer im Alter von 41 und 45 Jahren wurden wegen Verstößen gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz, das Waffengesetz und das Betäubungsmittelgesetz auf Antrag der Staatsanwaltschaft Kempten dem Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Kempten vorgeführt. Dieser ordnete die Untersuchungshaft an. Beide wurden in verschiedene Justizvollzugsanstalten eingeliefert.
Gegen beide Männer bestand bereits ein Verbot des Besitzes von Waffen, welches durch das Landratsamt Oberallgäu aufgrund der Ermittlungen aus dem Jahr 2019 im März 2020 erlassen wurde.

Gegen zwei weitere Personen im Alter von 65 und 69 Jahren, die sich ebenfalls in den Anwesen befanden, wurden Verfahren nach dem Waffengesetz eingeleitet. Sie wurden nach Beendigung der polizeilichen Sachbearbeitung wieder auf freien Fuß gesetzt.

Mit dem Einsatz gelang ein Schlag gegen die illegale Waffen- und Rauschgiftszene im Allgäu. Einsatzleiter Marcus Hörmann: „Die heutige Razzia setzt ein Zeichen gegen den illegalen Waffenbesitz in unserer Region. Wir werten die Beweismittel intensiv aus und versuchen, auch die Hintermänner und eventuelle Abnehmer zu ermitteln. Illegalen Waffenbesitz und rechtsfreie Räume werden wir nicht dulden.“

 

Foto: Polizei
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