Die DLRG Bayern setzt im Hochwasserschutz seit nahezu 20 Jahren auf speziell ausgebildete Fachberater für Hochwasser und Wasserrettung. Rund 80 Einsatzkräfte nehmen diese Funktion derzeit wahr. Angesichts zunehmender Hochwasser- und Starkregenereignisse gewinnt die Rolle aus Sicht der DLRG weiter an Bedeutung – als zentraler Baustein eines funktionierenden Katastrophenschutzes.
„Hochwasserlagen sind komplex, dynamisch und oft schwer vorhersehbar. Umso wichtiger ist es, dass Einsatzleitungen frühzeitig auf fundiertes Fachwissen aus der Wasserrettung zurückgreifen können“, sagt der Pressesprecher der DLRG Bayern.
Was Fachberater leisten – und warum sie gebraucht werden
Die DLRG Bayern bildet Fachberater seit vielen Jahren aus. Sie unterstützen Einsatzleitungen, Führungsgruppen und Krisenstäbe mit fachlichen Bewertungen und Empfehlungen – etwa bei:
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Lageeinschätzung und Gefahrenbewertung
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Einsatzplanung und Prioritätensetzung
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realistischen Einschätzungen, was möglich ist – und wo Grenzen liegen
Gerade bei Hochwasser ist Spezialwissen gefragt: Strömungen, überflutete Gebiete oder Evakuierungen über Wasser sind typische Einsatzlagen, in denen Erfahrung und schnelle, belastbare Entscheidungen entscheidend sind.
Katastrophenschutz-Strukturen: 14 Wasserrettungszüge in Bayern
Die DLRG Bayern ist nach eigenen Angaben fest in den Katastrophenschutz des Freistaats eingebunden und unterhält im Auftrag des Landes 14 Wasserrettungszüge – je zwei pro Regierungsbezirk. Diese Einheiten können bei Hochwasser- und Großschadenslagen kurzfristig auch bundesweit eingesetzt werden. Ein zentraler Bestandteil dieser Strukturen sind die Fachberater, die ihr Know-how in die Stäbe und Einsatzführungen einbringen.
Kritik: Einbindung auf kommunaler Ebene oft zu schwach
Verbesserungsbedarf sieht die DLRG Bayern vor allem bei der Einbindung vor Ort. In vielen Gemeinden, Städten und Landkreisen seien Fachberater Wasserrettung noch keine feste Institution. Sie würden nicht überall offiziell berufen – und in Übungen sowie Planungen häufig nicht ausreichend berücksichtigt.
„Hochwasser zeigt immer wieder: In der Krise ist es entscheidend, die richtigen Köpfe zu kennen und frühzeitig zusammenzubringen“, so ein DLRG-Sprecher. „Fachberatung kann nur dann wirken, wenn sie bekannt, strukturell eingeplant und regelmäßig eingebunden ist.“
Fazit: Vorbereitung statt erst im Einsatzfall
Die DLRG Bayern begrüßt, dass fachliche Beratung im Hochwasserschutz insgesamt wichtiger wird. Entscheidend sei nun weniger die Einführung neuer Konzepte – sondern deren konsequente Verankerung in bestehenden Katastrophenschutz-Strukturen.









