Der Rettungsdienstbereich Donau-Iller, zu dem die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu sowie die Stadt Memmingen gehören, gilt als einer der Vorreiter bei der Verbesserung der Reanimationsversorgung.
Bereits seit mehr als zehn Jahren werden Anrufer bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand von der Leitstelle telefonisch angeleitet, Reanimationsmaßnahmen durchzuführen. Dies geschieht in rund 300 Fällen pro Jahr. Seit zwei Jahren werden zusätzlich ehrenamtliche Helfer der „Region der Lebensretter“ über eine Smartphone-App alarmiert. Dabei handelt es sich um Personen, die in medizinischen Berufen, bei der Feuerwehr, dem THW, Hilfsorganisationen oder der Polizei tätig sind und sich zufällig in der Nähe einer Einsatzstelle aufhalten. So können diese sehr schnell am Einsatzort sein. Zusätzlich unterstützen auch zahlreiche freiwillige Feuerwehren und Ersthelfergruppen von Hilfsorganisationen als sogenannte First Responder oder Helfer vor Ort bei der Versorgung von Reanimationspatienten. Ein schneller Beginn der Wiederbelebungsmaßnahmen ist bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand von großer Bedeutung, denn nur wenn die Zeitspanne, in der das Gehirn und lebenswichtige Organe nicht mit Sauerstoff versorgt werden, möglichst kurz ist, besteht eine reelle Überlebenschance. Obwohl der Rettungsdienst im Bereich sehr gut ausgebaut ist, kann dieser mitunter nicht schnell genug an jedem Ort Hilfe leisten.
In diesem Jahr kommt ein weiterer Baustein zur Optimierung der Versorgung hinzu. Während der Badesaison besetzen die Wasserrettungsorganisationen an den Wochenenden Wachstationen an zahlreichen Badeseen und Freibädern im Rettungsdienstbereich, um bei Badeunfällen einzugreifen. Oftmals grenzen die Badegewässer unmittelbar an Wohnbebauungen an. Kommt es in Wohngebieten in direkter Nähe zu einer dieser Wachstationen zu einem Herz-Kreislauf-Stillstand, alarmiert die Integrierte Leitstelle Donau-Iller seit Juni 2025 zusätzlich zum Rettungsdienst und zur „Region der Lebensretter“ auch die Wachstation der Wasserretter. Falls ausreichend viele Helfer anwesend sind, um einen sicheren Badebetrieb auch weiterhin gewährleisten zu können, rücken die Kräfte der Wasserrettung zur Erstversorgung der Reanimation aus. Günzburgs Landrat Dr. Hans Reichhart, der zugleich Verbandsvorsitzender des Zweckverbandes für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Donau-Iller ist, freut sich über die Neuerung: „Mit der Einbindung der Wasserrettung in die Reanimationsversorgung gehen wir einen weiteren wichtigen Schritt, um die Zeit bis zum Beginn der Wiederbelebungsmaßnahmen zu verkürzen. Ich danke allen eingesetzten Einsatzkräften und der Integrierten Leitstelle für ihr Engagement in dieser Sache.“
Hintergrundinformation:
Der Freistaat Bayern ist in 25 Rettungsdienstbereiche aufgeteilt, für die jeweils ein Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) zuständig ist. Dieser ist als kommunaler Zusammenschluss der Träger des Rettungsdienstes und der Integrierten Leitstelle für Feuerwehr und Rettungsdienst und legt die Struktur der rettungsdienstlichen Einrichtungen fest.
Das Gebiet des Rettungsdienstbereichs Donau-Iller umfasst die Landkreise Günzburg, Neu-Ulm und Unterallgäu sowie die kreisfreie Stadt Memmingen. Der Rettungsdienstbereich ist in 10 Versorgungsbereiche unterteilt. Tagsüber sind an 14 Standorten 18 Rettungswagen im Dienst, nachts sind an 11 Standorten 13 Rettungswagen einsatzbereit. Rund um die Uhr stehen an 8 Standorten Notarzteinsatzfahrzeuge zur Verfügung. Im Rettungsdienstbereich leben rund 512.000 Menschen.
Verbandsvorsitzender des ZRF Donau-Iller ist der Landrat des Landkreises Günzburg, Dr. Hans Reichhart, sein Stellvertreter der Unterallgäuer Landrat Alex Eder.
Die Wasserrettung wird von der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) durchgeführt. In der Badesaison werden an den Wochenenden an neun Badeseen und Freibädern Wasserrettungsstationen unterhalten









