Vom 17. bis zum 28. Juli stehen die Einsatzkräfte der BRK Bereitschaft Kaufbeuren im Dauereinsatz für die medizinische Versorgung rund um das Tänzelfest. Ob historisches Lagerleben, große Festzüge oder vergnügliches Treiben am Festplatz – auf dem ältesten historischen Kinderfest Bayerns ist das Rote Kreuz an allen Ecken präsent mit seinen Helferinnen und Helfern. Insgesamt betreuen die Ehrenamtlichen in dieser Zeit 15 verschiedene Veranstaltungen und besetzen dabei gesamt rund 250 Personalstellen – eine logistische und personelle Meisterleistung, die ohne den Rückhalt aus dem gesamten BRK-Kreisverband Ostallgäu und Unterstützung aus benachbarten Regionen kaum möglich wäre.
„Für uns ist das Tänzelfest jedes Jahr eine gewaltige Aufgabe – aber auch eine Herzenssache. Unsere Einsatzkräfte stemmen das alles ehrenamtlich in der Freizeit und mit beeindruckender Professionalität.“
– Marvin Gorke-Effenberger, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter im BRK-Kreisverband Ostallgäu und Mitglied der Projektleitung Sanitätswachdienst Tänzelfest bei der BRK Bereitschaft Kaufbeuren
Hochbetrieb bei den Großdiensten
Spätestens wenn die gesamte Altstadt Freitag und Samstag beim „Historischen Lagerleben“ in mittelalterliches Flair gehüllt ist und am Umzugssonntag und -montag tausende Menschen die Straßen säumen, stoßen klassische Strukturen schnell an ihre Grenzen. Für das BRK bedeutet das: Großdienste im wahrsten Sinne des Wortes. Koordiniert werden diese über eine digitale Einsatzführung mit vier Personen, die vom eigentlichen Festgeschehen abgesetzt agiert. Dort laufen auf mehreren Monitoren alle Fäden zusammen – in engem Kontakt mit der Integrierten Leitstelle Allgäu, der Polizei, der Feuerwehr und dem Veranstalter.
Mithilfe einer modernen Einsatzleitsoftware und Echtzeit-GPS-Tracking der Sanitätstrupps hat die Einsatzführung jederzeit Überblick über Standorte und laufende Einsätze. Das spart im Ernstfall wertvolle Minuten – sei es bei akuten medizinischen Notfällen von Besuchern oder bei Einsätzen in der Altstadt, wo der öffentliche Rettungsdienst bei großem Besucherandrang kaum durchkommt.
„Wir sind nicht nur die professionelle Absicherung für das Fest und seine Besucher, sondern stehen auch als Teil der notfallmedizinischen Infrastruktur der Innenstadt während dieser Zeit bereit. Bei einem häuslichen Notfall in der Altstadt sind wir binnen Minuten vor Ort – selbst wenn der eigentliche Einsatz nichts mit dem Fest zu tun hat, übernehmen wir die medizinische Erstversorgung und organisieren die zügige Übergabe an den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst.“ – Marvin Gorke-Effenberger
Wichtige Entlastung für Rettungsdienst und Klinik
Doch Sanitätswachdienst bedeutet nicht nur schnelles Eingreifen bei lebensbedrohlichen Zuständen. Vielmehr dient die Präsenz des BRK auch dazu, den Regelrettungsdienst und das Klinikum Kaufbeuren zu entlasten. Kleine Schnittverletzungen, kurze Kreislaufprobleme oder andere „Bagatellen“ werden direkt vor Ort behandelt. Nicht zuletzt hierfür ist insbesondere beim Lagerleben immer auch ein eigener Arzt des BRK-Sanitätswachdienstes mit vor Ort. So bleiben Rettungswagen und Notaufnahmen frei für dringlichere Fälle in der Stadt und im Umland.
Ein wichtiger technischer Beitrag kommt dabei von der Firma GS Elektromedizinische Geräte G. Stemple GmbH aus Kaufering, die den Sanitätswachdienst großzügig unterstützt: Sie stellt leihweise und unentgeltlich mehrere moderne EKG- und andere Überwachungsgeräte zur Verfügung – ein wertvoller Beitrag für eine hochwertige medizinische Versorgung vor Ort.
Neue Wache am Festplatz
Eine wichtige Verbesserung gibt es in diesem Jahr am Tänzelfestplatz: Die dortige BRK-Wache wurde erstmals in einer Containerlösung am Rand des Geländes eingerichtet – in Sichtweite des bisherigen Standorts, aber weg von der bisherigen, beengten Lage mitten im Geschehen. Das erleichtert nicht nur die Versorgung, sondern ermöglicht auch eine schnellere Übergabe an den Rettungsdienst bei Bedarf. Ein echter Gewinn in Sachen Effizienz und Sicherheit.
Ehrenamtlich – aber hochprofessionell
Hinter den Kulissen ist der Aufwand enorm. Sanitätsdienste dieser Größenordnung bedeuten nicht nur Präsenz vor Ort, sondern auch Planung, Materiallogistik, Abstimmungen mit Behörden und Organisationen, Erstellung von Konzepten und Einsatzunterlagen sowie die Versorgung der Helferinnen und Helfer. Diese Arbeit beginnt Wochen vor dem eigentlichen Fest.
Ein wichtiger Partner dabei ist die Stadt Kaufbeuren – insbesondere als zuständige Ordnungsbehörde – sowie der Tänzelfestverein als Veranstalter. Die Zusammenarbeit läuft auf Augenhöhe, professionell und mit einem gemeinsamen Ziel: ein sicheres und gelungenes Fest für alle.
Vorbereitet auf den Ernstfall – abgestimmte Pläne für Großschadenslagen
Auch auf sehr seltene, aber potenziell kritische Szenarien ist die BRK Bereitschaft Kaufbeuren vorbereitet. Neben der medizinischen Versorgung im Veranstaltungsbereich wurden grundlegende Einsatzpläne für mögliche Großschadenslagen entwickelt – von schweren Unfällen mit vielen Verletzten bis hin zu wetterbedingten Gefahrenlagen. Diese Pläne wurden im Vorfeld in enger Abstimmung mit Führungskräften aus Rettungsdienst und Katastrophenschutz, der Integrierten Leitstelle Allgäu sowie Feuerwehr Kaufbeuren entwickelt und garantieren eine schnelle und koordinierte Erstreaktion, sollte der Ausnahmefall eintreten.
„Wir müssen mit allem rechnen – auch mit dem, was hoffentlich nie eintritt. Eine gute Vorbereitung auch auf außergewöhnliche Lagen ist für uns selbstverständlich und Teil unseres Anspruchs, jederzeit professionelle Hilfe für alle Besucher und Veranstalter zu leisten.“ – Michael Triebel, Mitglied der Projektleitung Sanitätswachdienst Tänzelfest bei der BRK Bereitschaft Kaufbeuren
Natürlich wird auch das Wetter kontinuierlich beobachtet, um bei plötzlich auftretenden Unwettern präventiv reagieren zu können. Das BRK ist zudem fest in das umfassende Sicherheitskonzept des Veranstalters eingebunden.
Ohne Teamwork nicht denkbar
Neben der BRK Bereitschaft Kaufbeuren sind zahlreiche weitere Kräfte beteiligt – aus anderen BRK Bereitschaften des Kreisverbands Ostallgäu, aber auch aus Nachbarlandkreisen wie dem Oberallgäu. Das Technische Hilfswerk Kaufbeuren unterstützt beim Lagerleben – eine Zusammenarbeit, die in den letzten Jahren fast schon Tradition geworden ist.
„Ein solcher Einsatz ist nur möglich, wenn alle zusammenhelfen – von der Einsatzleitung bis zum einzelnen Sanitätstrupp. Dass das bei uns klappt, zeigt den starken Zusammenhalt und die Einsatzbereitschaft in unserer Bereitschaft und im gesamten Netzwerk.“ – Marvin Gorke-Effenberger







