In Vilshofen an der Donau im Landkreis Passau kam es am Dienstag, 2. Juni 2026, zu einem größeren Gefahrgutunfall. Der Vorfall ereignete sich gegen 15:00 Uhr im Bereich einer Brauerei in der Bürg. Dabei trat eine größere Menge Salpetersäure aus.
Gabelstapler beschädigt IBC-Container
Nach Angaben der Polizei touchierte ein Mitarbeiter der Brauerei beim Rangieren in einer Garage mit einem Gabelstapler einen IBC-Container. In dem Behälter befanden sich knapp 1.000 Liter Salpetersäure. Durch den Zusammenstoß riss der Container auf. Der Großteil des Gefahrstoffes trat daraufhin aus.
Giftiger Rauch entsteht
Ein Teil der Säure reagierte und entwickelte giftigen Rauch. Der übrige Gefahrstoff lief über einen Gully in die Kanalisation. Aufgrund der Lage wurden zeitnah Absperr- und Räumungsmaßnahmen eingeleitet. Der Bereich im Freien wurde in einem Radius von etwa 100 Metern um die Austrittsstelle abgesperrt und geräumt.
Warnung über MoWaS ausgelöst
Das Landratsamt Passau veranlasste eine örtliche Gefahrenmitteilung über das Modulare Warnsystem MoWaS. Dadurch wurde die Bevölkerung über die Gefahrensituation informiert. Während des Einsatzes kam es rund um die Stadtmitte von Vilshofen zu unvermeidbaren Verkehrsbeeinträchtigungen.
Feuerwehr verdünnt Gefahrstoff
Die Einsatzkräfte der Feuerwehr verdünnten den Gefahrstoff schließlich mit Wasser. Anschließend wurde die verdünnte Flüssigkeit kontrolliert in die örtliche Kläranlage geleitet. Messungen in der Kanalisation im relevanten Bereich verliefen negativ. Gegen 21:00 Uhr konnten sämtliche Sperren wieder aufgehoben werden.
Mehrere Personen leicht verletzt
Im Einsatzverlauf wurden mehrere Personen leicht verletzt. Neben dem Verursacher und einem weiteren Mitarbeiter der Brauerei erlitten vier Feuerwehrkräfte sowie zwei unbeteiligte Frauen Beschwerden. Nach Angaben der Polizei handelte es sich um Atemreizungen und Kopfschmerzen. Die Betroffenen wurden an den vor Ort eingerichteten Stationen des Rettungsdienstes ambulant versorgt. Weiterführende Behandlungen in einem Krankenhaus waren nicht erforderlich.
Rund 220 Einsatzkräfte vor Ort
Die Unfallaufnahme erfolgte durch die Polizei Vilshofen. Beteiligt war außerdem der Gefahrguttrupp der Verkehrspolizeiinspektion Deggendorf. Insgesamt waren rund 220 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst, Polizei und Stadt Vilshofen im Einsatz. Die weiteren Ermittlungen zum genauen Ablauf des Betriebsunfalls laufen.



