Im Rahmen umfangreicher Ermittlungen wegen des Verdachts auf gewerbsmäßigen Betrug haben Ermittler am Dienstag mehrere Gebäude in Bayreuth, im Landkreis Bayreuth sowie in Fürth und Nürnberg durchsucht. Die Maßnahmen erfolgten unter Leitung der Staatsanwaltschaft Bayreuth gemeinsam mit der Kriminalpolizei mit Zentralaufgaben Oberfranken.
Nach bisherigem Ermittlungsstand sollen die Beschuldigten über längere Zeit ein provisionsgetriebenes Betrugssystem im Bereich händlerbasierter Fahrzeugfinanzierungen aufgebaut und betrieben haben. Der Vorwurf: Fahrzeuge sollen gegenüber finanzierenden Banken bewusst teurer dargestellt worden sein, als sie tatsächlich waren. Auf diese Weise seien höhere Kreditsummen ausgezahlt worden, von denen die Beteiligten über Provisionen profitiert haben sollen.
Im Zuge des Einsatzes wurden vier Tatverdächtige festgenommen. Ein Ermittlungsrichter beim zuständigen Amtsgericht in Bayreuth ordnete auf Antrag der Staatsanwaltschaft gegen drei Männer Untersuchungshaft an. Ein vierter Haftbefehl gegen einen weiteren Beschuldigten wurde außer Vollzug gesetzt, sodass dieser unter Auflagen auf freiem Fuß bleibt.
Nach Angaben der Ermittler wurden bei den Durchsuchungen zahlreiche Beweismittel sichergestellt, darunter Geschäftsunterlagen, Datenträger und Mobiltelefone. Zudem fanden und beschlagnahmten die Einsatzkräfte Vermögenswerte, die im weiteren Verfahren möglicherweise eingezogen werden sollen.
Besonders brisant: Der bisher angenommene Gefährdungsschaden liegt nach aktuellem Stand im Millionenbereich. Nach Einschätzung der Ermittlungsbehörden wurden Darlehen in Höhe von mehreren Millionen Euro vergeben, denen teilweise keine ausreichenden Sicherheiten gegenübergestanden haben sollen. Geschädigt sind demnach sowohl Banken als auch Fahrzeugkäufer.
In Untersuchungshaft befinden sich nun laut den Angaben der Behörden drei Männer im Alter zwischen 19 und 62 Jahren. Bei ihnen handelt es sich um einen deutschen, einen kroatischen und einen türkischen Staatsangehörigen.
Die Staatsanwaltschaft Bayreuth und die KPI(Z) Oberfranken werten die sichergestellten Unterlagen nun aus. Weitere Einzelheiten werden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht veröffentlicht. Für alle Beschuldigten gilt bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung die Unschuldsvermutung.









