
In Mindelheim, Krumbach und Babenhausen hat die Polizei am 26. März 2026 umfangreiche Durchsuchungsmaßnahmen an mehreren Schulen und Wohnsitzen durchgeführt. Hintergrund sind Ermittlungen gegen eine Gruppe von 13- bis 15-jährigen Jugendlichen, denen unter anderem vorsätzliche Körperverletzung, Bedrohung, Beleidigung und Sachbeschädigung vorgeworfen werden.
Nach Angaben der Polizei vollzog die Polizeiinspektion Mindelheim mit Unterstützung weiterer Dienststellen insgesamt sieben Durchsuchungsbeschlüsse. Betroffen waren mehrere Schulen in der Region sowie Wohnsitze der Tatverdächtigen. Bei den Maßnahmen stellten die Einsatzkräfte acht Mobiltelefone, eine Softair-Waffe, eine PTB-Waffe und ein Messer sicher.
In der Schule wurden auf richterliche Weisung ausschließlich die Mobilfunkgeräte der betroffenen Schüler sichergestellt. Die Jugendlichen händigten diese den Polizeibeamten aus. Bei einigen Tatverdächtigen wurde zudem die elterliche Wohnung durchsucht. Dabei waren nach Angaben eines Polizeisprechers teilweise Eltern und bei Bedarf auch ein neutraler Durchsuchungszeuge anwesend.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine Anzeige der Mittelschule Mindelheim. Nach derzeitigen Erkenntnissen besteht der Verdacht, dass sich eine Gruppe aus Schülern mehrerer Schulen wiederholt an strafbaren Handlungen beteiligt hat. Zudem gibt es Hinweise darauf, dass Taten gefilmt und anschließend über Messengerdienste in verschiedenen Gruppen verbreitet wurden.
Die Polizei wurde bei den Maßnahmen von den Polizeiinspektionen Buchloe, Bad Wörishofen, Memmingen und Krumbach unterstützt. Auch die Erziehungsberechtigten der betroffenen Jugendlichen wurden über die Durchsuchungen informiert.
Nach Angaben eines Polizeisprechers waren zudem die Jugendämter der Landkreise über die Vorfälle sowie über die geplanten Durchsuchungen und Beschlagnahmen informiert, verzichteten jedoch auf eine Anwesenheit. Ebenso waren die Regierung von Schwaben und die zuständigen Schulämter in den Vorgang eingebunden.
Begleitet wurden die strafprozessualen Maßnahmen in Abstimmung mit der Schule von einer Informationsveranstaltung in der Aula der Mittelschule Mindelheim. Dort wurden die Schülerinnen und Schüler über den Hintergrund des Polizeieinsatzes informiert. Neben der strafrechtlichen Aufklärung standen nach Angaben der Polizei vor allem Prävention, Aufklärung und der Schutz möglicher Betroffener im Fokus.
Schülerinnen und Schüler wurden dabei ermutigt, sich an Eltern, Vertrauenspersonen oder die Polizei zu wenden, wenn sie selbst Opfer von Straftaten geworden sind. Themen wie Gruppendynamik, Mobbing, Bystander-Verhalten und der verantwortungsvolle Umgang mit sozialen Medien sollen in den kommenden Wochen vertieft an der Schule aufgearbeitet werden.
Nach aktuellem Ermittlungsstand gibt es Anhaltspunkte dafür, dass die Gruppierung zahlreiche Straftaten begangen haben könnte. Die Ermittlungen der Polizeiinspektion Mindelheim unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Memmingen dauern an.



