An den internationalen Flughäfen in Bayern ist das neue EU-Entry/Exit-System (EES) eingeführt worden. Innenminister Joachim Herrmann (CSU) nahm das System am Flughafen Nürnberg in Betrieb, tags zuvor startete es in Memmingen. Am Flughafen München läuft die digitale Erfassung von Nicht-EU-Bürgern laut Angaben bereits seit November.
Was das Entry/Exit-System (EES) ändert
Mit dem EES werden Ein- und Ausreisen von Nicht-EU-Reisenden erstmals europaweit im gesamten Schengenraum digital erfasst. Statt des bisherigen analogen Abstempelns der Reisedokumente werden künftig biometrische und passbezogene Daten gespeichert, darunter:
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Lichtbilder
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Fingerabdrücke
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weitere Angaben aus dem Reisepass
Die Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank abgelegt und mit den nationalen Grenzkontrollsystemen der Mitgliedstaaten verknüpft. Dadurch können Polizeibehörden in den Schengen-Ländern die Daten in Echtzeit abrufen.
Ziel: Identitätsprüfung verbessern, Überziehungen schneller erkennen
Laut Innenminister Herrmann soll das EES die Identitätsprüfung verbessern und Identitätsbetrug erschweren. Zudem wird es leichter nachvollziehbar, wie lange sich Personen im Schengenraum aufgehalten haben und ob die zulässige Aufenthaltsdauer überschritten wurde – ein wichtiger Baustein, um illegalen Aufenthalt effektiver zu erkennen.
Hohe Relevanz für Memmingen und Nürnberg
An den Flughäfen Nürnberg und Memmingen fänden jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen in und aus dem Schengenraum statt. Entsprechend groß ist die praktische Bedeutung der Umstellung auf digitale Grenzerfassung für den Reiseverkehr.









