Start 01 Topthema Memmingen-Steinheim | Nach Doppelmord – Erneut werden Anwohner gezielt befragt

Memmingen-Steinheim | Nach Doppelmord – Erneut werden Anwohner gezielt befragt

Polizeibeamte klingeln bei den Anwohner und stellen gezielte Fragen. - Foto: Pöppel

Im Fall des getöteten Ehepaars in Steinheim hat die Kriminalpolizei Memmingen am Mittwochabend, 04.03.2026, erneut Anwohner rund um das Tatobjekt befragt. Gemeinsam mit Kräften eines Einsatzzuges des PP SWS (ZED) suchten die Ermittler gezielt den Kontakt zu Nachbarn – bewusst am Abend, weil zu dieser Zeit erfahrungsgemäß die meisten Menschen zuhause anzutreffen sind. Ziel ist es, „nichts unversucht zu lassen“ und auch kleinste Hinweise zu erfassen und auszuwerten.

Viele Anwohner zeigen sich weiterhin betroffen. Vor Ort wird von einer spürbaren Verunsicherung berichtet – unter anderem, weil zahlreiche Gerüchte kursieren. Am Zugang zum Wohnanwesen, in dem die Tat geschah, erinnern Kerzen und Blumen an das getötete Ehepaar.

Kerzen und Blumen vor dem Eingang zum Tatort. – Foto: Pöppel

Obduktion abgeschlossen – Tatwaffe weiterhin nicht gefunden

Nach Informationen aus Polizeikreisen sind die rechtsmedizinischen Untersuchungen abgeschlossen. Die Ergebnisse der Obduktion sollen den Ermittlern nun genauere Hinweise auf die verwendete Tatwaffe bzw. das Tatwerkzeug liefern. Diese ist bislang nicht aufgefunden. Um welche Art von Tatwerkzeug es sich handelt, dazu äußern sich Staatsanwaltschaft und Ermittler derzeit nicht.

Hintergrund: Ehepaar am 18. Februar tot aufgefunden

Das Ehepaar war am Mittwochabend, 18.02.2026, in einem Einfamilienhaus im Ortsteil Steinheim tot entdeckt worden. Erste Maßnahmen der Polizeiinspektion Memmingen und des Kriminaldauerdienstes erhärteten den Verdacht eines Tötungsdelikts. Daraufhin übernahm das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen die Ermittlungen. Die Ermittlungsgruppe trägt die Bezeichnung „EG Fenster“.

Kräfte suchen nach der Tat den Garten am Tatort und die Umgebung ab. – Foto: Pöppel

Tatverdächtiger in Untersuchungshaft

In den Morgenstunden nach dem Fund nahm die Polizei einen 45-jährigen Tatverdächtigen mit Unterstützung von Spezialeinsatzkräften (SEK) im Raum Landsberg am Lech vorläufig fest. Ihm wird nach Angaben der Ermittler Mord in zwei Fällen vorgeworfen. Der Mann wurde dem Amtsgericht Memmingen vorgeführt; die Ermittlungsrichterin erließ den von der Staatsanwaltschaft Memmingen beantragten Haftbefehl und setzte ihn in Vollzug. Der Tatverdächtige befindet sich weiterhin in Untersuchungshaft. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Nach aktuellem Stand bestand zwischen dem Tatverdächtigen und den beiden Opfern eine familiäre Vorbeziehung. Das mutmaßliche Motiv liege „im persönlichen Bereich“, weitere Details werden aus ermittlungstaktischen Gründen derzeit nicht genannt.


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