Drama in Genderkingen: Jäger schießt auf Hund „Ferdinand“ – Verwechslung mit Fuchs bei Gassirunde

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Ein traumatisches Erlebnis überschattete den Morgen des 4. Februar 2026 in der Nähe von Genderkingen (Landkreis Donau-Ries/Augsburg). Was als routinemäßige Gassirunde begann, endete für die Hundehalterin Alexandra H. und ihren Mischlingshund „Ferdinand“ in einer blutigen Tragödie.

Schüsse trotz LED-Stirnlampe und Leuchthalsbändern

Gegen 06:00 Uhr morgens war Alexandra H. mit ihren zwei Hunden auf einem Feldweg unterwegs. Um für Jäger und andere Verkehrsteilnehmer sichtbar zu sein, trug sie eine helle LED-Stirnlampe, während ihre Hunde mit Leuchthalsbändern ausgestattet waren.

Trotz dieser Sicherheitsvorkehrungen fielen plötzlich zwei Schüsse. Ihr rumänischer Mischling Ferdinand – ein etwa 25 Kilogramm schwerer Hund ohne Rute – befand sich zu diesem Zeitpunkt weniger als 20 Meter von ihr entfernt. Ferdinand wurde schwer getroffen und musste von seiner Besitzerin unter Schock zum Auto getragen werden.

Schwere Verletzungen: Tierarzt bestätigt Notoperation

Die behandelnde Tierarztpraxis dokumentierte das Ausmaß der Gewalt:

  • Ferdinand wurde mit einer massiv blutenden Wunde eingeliefert.

  • Die linke Pfote wies eine extrem tiefe Verletzung auf.

  • Röntgenbilder zeigten zwei gebrochene Zehenglieder.

  • Am linken Oberschenkel erlitt das Tier zudem eine schmerzhafte Schürfverletzung.

Jäger gesteht Verwechslung mit einem Fuchs

Am Nachmittag meldete sich der verantwortliche Jäger telefonisch bei Alexandra H., um sich zu entschuldigen. Seine Begründung: Er habe das Tier für einen Fuchs gehalten. Auf Nachfrage gab er an, die Sichtverhältnisse seien aufgrund des Mondlichts ausreichend gewesen. Eine Hilfeleistung vor Ort blieb jedoch aus, obwohl Alexandra H. nach den Schüssen gestürzt war und laut geschrien hatte.

Polizei nimmt Ermittlungen auf

Die Polizei hat den Vorfall bestätigt und ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Dabei steht nicht nur die Frage der Verwechslung im Raum, sondern auch die Einhaltung von Sicherheitsabständen und die unterlassene Hilfeleistung gegenüber der unter Schock stehenden Halterin.

„Es hätte auch mich treffen können“, betont Alexandra H. Ihr geht es nach eigenen Angaben nicht um eine pauschale Verurteilung der Jägerschaft, sondern um eine dringende Sensibilisierung für die Gefahren der Jagd in der Nähe öffentlicher Wege.

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