Ein Lebensmittelhersteller aus dem Oberallgäu hat durch seine Wachsamkeit einen massiven finanziellen Schaden abgewendet. Ein vermeintlicher Großauftrag entpuppte sich als raffinierter Betrugsversuch, bei dem die Täter sogar eine falsche Identität nutzten.
Die Masche: Großbestellung gegen Krypto-Provision
Alles begann mit einer scheinbar lukrativen Bestellanfrage im Wert von mehreren hunderttausend Euro. Ein unbekannter „Vermittler“ kontaktierte das Unternehmen und stellte den Abschluss des Geschäfts in Aussicht. Der Haken: Vorab sollte eine Provision über ein Kryptowährungskonto gezahlt werden.
Der Unternehmer wurde jedoch misstrauisch, da der angebliche Großabnehmer nicht die im Geschäftsverkehr üblichen Routinen an den Tag legte. Er brach den Kontakt konsequent ab und erstattete Anzeige, sodass kein Geld floss.
Falsche Identität eines Schweizer Traditionsunternehmens
Die Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Kempten ergaben eine perfide Täuschung: Der Betrüger gab sich als Geschäftsführer eines bekannten Traditionsunternehmens aus der Schweiz aus. Diese Identität war jedoch frei erfunden.
Polizei warnt vor Warnsignalen bei Großanfragen
Die Polizei rät Unternehmen zu höchster Vorsicht bei E-Mail- oder Messenger-Anfragen von unbekannten Abnehmern. Folgende Warnsignale deuten auf Betrug hin:
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Kurzfristige Forderungen nach Zahlungen in Kryptowährung oder Vorab-Gebühren.
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Massiver Druckaufbau durch künstliche Zeitknappheit.
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Lückenhafte oder widersprüchliche Angaben, die unüblich für routinierte Geschäftsabschlüsse sind.
So schützen sich Unternehmen
Um nicht Opfer solcher Betrüger zu werden, sollten Firmen die Kontaktdaten der Interessenten verifizieren (z. B. via Handelsregister), Absenderdomains prüfen und niemals Vorkasse leisten. Bei Verdacht sollte umgehend die Polizei informiert werden. Die Ermittlungen in diesem aktuellen Fall dauern derzeit noch an.









