Am Dienstagnachmittag, 27.01.2026 kam es im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen zu einer lebensgefährlichen Eskalation. Im Rahmen einer geplanten Wohnungsdurchsuchung in Absberg flüchteten zwei Männer in einem Mercedes und eröffneten das Feuer auf Beamte des Spezialeinsatzkommandos (SEK). Die Flucht endete nach einer rasanten Verfolgungsjagd in einem schweren Unfall in Weißenburg.
Schusswechsel bei Hochgeschwindigkeitsflucht
Gegen 17:00 Uhr wollten SEK-Kräfte einen Mercedes mit niederländischer Zulassung vor einem Wohnhaus in Absberg kontrollieren. Die Insassen gaben sofort Gas und flüchteten mit Geschwindigkeiten von teils weit über 100 km/h durch mehrere Ortschaften.
Noch während der Fahrt schossen die Verdächtigen aus dem Wagen heraus auf das Polizeifahrzeug. Die Ermittler stellten später ein Einschussloch in der Motorhaube des Streifenwagens fest. Unter Hinzuziehung eines Polizeihubschraubers führte die Route über Pfofeld, Dornhausen und Weimersheim bis nach Weißenburg.
Zugriff in Weißenburg nach Kollision
Am Ortseingang von Weißenburg (Emetzheimer Straße) verunfallte der Mercedes in einem Kreisverkehr und rammte einen unbeteiligten Pkw. Um eine weitere Flucht zu verhindern, schossen die Spezialeinsatzkräfte gezielt auf einen Reifen des Fluchtfahrzeugs.
Die beiden Insassen, zwei Männer im Alter von 23 und 24 Jahren, wurden im Wrack eingeklemmt, befreit und festgenommen. Beide kamen verletzt ins Krankenhaus. Auch drei SEK-Beamte sowie die Insassen des unbeteiligten Fahrzeugs erlitten Verletzungen, die ärztlich behandelt werden mussten.
Festnahmen und Durchsuchung in Absberg
Parallel zur Verfolgungsjagd wurde das Anwesen in Absberg überwacht. Ein dritter Tatverdächtiger (30) wurde beim Verlassen des Hauses festgenommen. Umfangreiche Durchsuchungen und die Suche nach einer möglichen vierten Person mit Personensuchhunden dauerten bis in die späten Abendstunden an.
Haftantrag wegen versuchten Mordes
Die Staatsanwaltschaft Ansbach hat bereits schwere rechtliche Schritte eingeleitet:
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Gegen den 24-jährigen Beifahrer wurde Haftantrag wegen versuchten Mordes gestellt.
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Gegen den 23-jährigen Fahrer wird wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.
Die Kriminalpolizei Ansbach prüft derzeit intensiv, ob die Verdächtigen Verbindungen zu gewaltbereiten Gruppierungen unterhalten.
Zeugenaufruf der Polizei
Personen, die während der Flucht gefährdet oder geschädigt wurden, oder die Angaben zum Tatgeschehen machen können, werden dringend gebeten, sich bei der Polizei zu melden.
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Kontakt: Rufnummer 0911 2112-3333









