In Wangen im Allgäu ist ein Jugendlicher in den vergangenen Tagen ins Visier von Internet-Erpressern geraten. Die Täter nutzten die sogenannte „Sextortion“-Masche, um an Geld zu gelangen. Dank einer schnellen Reaktion des Opfers konnte in diesem Fall ein finanzieller Schaden verhindert werden.
Was ist Sextortion? So gehen die Täter vor
Der Begriff „Sextortion“ setzt sich aus „Sex“ und „Extortion“ (Erpressung) zusammen. Die Betrüger folgen dabei meist einem professionellen und perfiden Schema:
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Kontaktaufnahme: Die Täter kontaktieren ihre Opfer über Social-Media-Kanäle oder Messenger-Dienste. Zunächst wirken die Nachrichten unverfänglich, um Vertrauen aufzubauen.
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Vertrauensgewinn: Im Verlauf des Chats senden die Unbekannten angeblich eigene Nacktaufnahmen (oft aus dem Internet kopiert) und fordern das Gegenüber auf, ebenfalls intimes Bildmaterial zu schicken.
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Die Erpressung: Sobald die Täter das Material erhalten haben, zeigen sie ihr wahres Gesicht. Sie drohen damit, die Bilder an Freunde, Familie oder die Öffentlichkeit zu senden, wenn nicht sofort ein Geldbetrag gezahlt wird.
Häufig fordern die Kriminellen Zahlungen in Form von Gutscheinkarten (z.B. für Online-Shops), da diese schwer nachzuverfolgen sind.
Erfolg für die Prävention in Wangen
Im aktuellen Fall aus Wangen blieb es beim Versuch. Der Jugendliche ließ sich nicht einschüchtern, leistete keine Zahlungen und wandte sich stattdessen direkt an die Polizei. „Er hat genau richtig gehandelt“, so die Beamten. Durch das frühzeitige Einschalten der Polizei konnte die Erpressungskette unterbrochen werden.
Tipps der Polizei zum Schutz vor Sextortion
Die Polizei rät zur äußersten Vorsicht bei der digitalen Kommunikation mit Unbekannten:
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Gesunde Skepsis: Hinterfragen Sie stets, warum eine unbekannte Person intime Bilder von Ihnen fordert.
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Kein Material senden: Versenden Sie niemals Nacktaufnahmen an Personen, die Sie nicht persönlich kennen und denen Sie nicht zu 100 % vertrauen.
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Nicht zahlen: Gehen Sie niemals auf Geldforderungen ein! Einmal geleistete Zahlungen stoppen die Erpressung meist nicht, sondern führen zu weiteren Forderungen.
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Beweise sichern: Erstellen Sie Screenshots vom Chatverlauf und dem Profil des Täters.
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Polizei einschalten: Erstatten Sie Anzeige bei Ihrer örtlichen Polizeidienststelle.
Weitere Informationen zu dieser und anderen Betrugsmaschen finden Bürger auf dem offiziellen Portal www.polizei-beratung.de.









