Am Samstag, den 17.01.2026, ereignete sich im hochalpinen Gelände bei Pettneu am Arlberg ein dramatischer Lawinenunfall. Ein 20-jähriger dänischer Staatsangehöriger wurde von einem Schneebrett erfasst, konnte sich jedoch dank seiner Ausrüstung und der schnellen Hilfe von Augenzeugen selbst aus einer lebensbedrohlichen Lage retten.
Skitour von St. Anton Richtung Malfontal
Ein 51-jähriger Däne und sein 20-jähriger Sohn waren am Vormittag als gleichwertige Tourenpartner vom Skigebiet St. Anton am Arlberg aus gestartet. Ihr Ziel war die 2551 Meter hohe Rendlscharte, von der aus sie eine Abfahrt durch das Malfontal nach Pettneu geplant hatten.
Um in ideales Gelände zu gelangen, querten die beiden Bergsteiger gegen Mittag die etwa 35 Grad steile Nordostflanke der hinteren Rendlspitze. Dabei nutzten sie eine bereits bestehende, ausgefahrene Spur.
Schneebrett reißt 20-Jährigen mit
Während der Vater vorausfuhr und an einem vermeintlich sicheren Haltepunkt wartete, folgte ihm der Sohn im Abstand von etwa 20 bis 30 Metern. Nur etwa 10 Meter vor Erreichen des Vaters löste sich oberhalb des Sohnes plötzlich ein Schneebrett.
Der junge Mann wurde von den Schneemassen erfasst und mitgerissen. Geistesgegenwärtig gelang es ihm, seinen Lawinenairbag auszulösen. Dieser verhinderte vermutlich eine vollständige Verschüttung; der 20-Jährige blieb lediglich im Bereich der Beine teilverschüttet an der Oberfläche liegen.
Schnelle Rettung durch BergfĂĽhrer und Hubschrauber C5
Ein Bergführer, der sich mit einer Gruppe auf einer Geländekuppe unterhalb der Unfallstelle befand, beobachtete den Abgang. Er stieg sofort zum Verletzten auf und leistete Erste Hilfe, bis der alarmierte Notarzthubschrauber Christophorus 5 (C5) eintraf.
Die Besatzung des Hubschraubers barg das Lawinenopfer mittels Tau. Der junge Däne erlitt Verletzungen im Bereich der Beine und der Schulter und wurde zur stationären Behandlung in das Krankenhaus Zams geflogen. Sein Vater blieb unverletzt und konnte die Abfahrt nach Pettneu selbstständig beenden.
Warnung vor Lawinengefahr in steilem Gelände
Dieser Vorfall zeigt erneut, wie tückisch die Schneedecke in steilen Nordostflanken sein kann. Die Experten der Polizei Tirol und der Lawinenwarndienste raten Tourengehern zur ständigen Wachsamkeit, auch wenn man sich auf bereits bestehenden Spuren bewegt. Die Mitnahme und korrekte Bedienung einer vollständigen Lawinenausrüstung (LVS, Sonde, Schaufel, Airbag) bleibt im Gelände lebensnotwendig.









