Schwerer Betriebsunfall in Memmingen: Lagerist (23) von tonnenschweren Fensterscheiben begraben

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Am Donnerstagmittag, 15.01.2026 kam es in einem Gewerbebetrieb in Memmingen zu einem tragischen Arbeitsunfall. Ein junger Mitarbeiter wurde dabei unter einer Last von mehreren Fensterscheiben begraben und erlitt schwere Verletzungen.

Riskantes Manöver bei der Ladungssicherung

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war ein 23-jähriger Lagerist damit beschäftigt, große Einbaufenster auf einer Holzpalette zu sichern. Die Fenster waren zunächst mit einem herkömmlichen Zurrgurt fixiert. Um weitere Fenster hinzufügen zu können, sollte der vorhandene Gurt gegen ein längeres Modell ausgetauscht werden.

Während ein Arbeitskollege losging, um den neuen Gurt aus einem benachbarten Gebäude zu holen, versuchte der 23-Jährige, die schweren Glasscheiben mit bloßen Händen gegen das Umfallen zu sichern.

Von der Glaslast begraben

Als der Kollege nur kurze Zeit später zurückkehrte, bot sich ihm ein Bild des Schreckens: Die Sicherung per Hand hatte nicht ausgereicht – alle Fenster waren umgekippt und hatten den jungen Mann unter sich begraben.

Sofort eilten mehrere Mitarbeiter zur Hilfe. In einer gemeinsamen Kraftanstrengung gelang es ihnen, den eingeklemmten 23-Jährigen noch vor dem Eintreffen der Rettungskräfte unter den schweren Scheiben hervorzuziehen.

Notarzteinsatz und Ermittlungen

Der Verunglückte wurde nach der Erstversorgung vor Ort mit schweren Verletzungen in eine Klinik eingeliefert. Über seinen aktuellen Gesundheitszustand liegen derzeit noch keine weiteren Informationen vor.

Die Polizeiinspektion Memmingen hat die Ermittlungen zum genauen Unfallhergang aufgenommen. Dabei wird insbesondere geprüft, ob Sicherheitsvorschriften missachtet wurden oder ob es sich um eine tragische Verkettung unglücklicher Umstände handelte. Auch das Gewerbeaufsichtsamt wird routinemäßig in die Untersuchungen einbezogen.

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