Am 13. Januar 2026 führten Polizeipräsidien in ganz Baden-Württemberg eine koordinierte Präventionsaktion durch. Im Fokus standen Personen, die der Gruppierung „Der Störtrupp“ zuzurechnen sind. Unterstützt wurde die Aktion durch das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) und dessen Kompetenzzentrum gegen Extremismus (konex).
Wer ist „Der Störtrupp“?
Bei der Gruppierung handelt es sich um eine vorwiegend aus jungen Menschen bestehende, nicht parteigebundene Vereinigung. Sie ist in der Vergangenheit bundesweit durch gezielte Störaktionen und Demonstrationen aufgefallen, die sich insbesondere gegen Veranstaltungen zum Christopher Street Day (CSD) richteten. Zudem ist die Gruppe für die Verbreitung rechtsextremen Gedankenguts bekannt.
Gezielte Ansprache als Chance zum Ausstieg
Die zeitgleichen Gefährderansprachen fanden in den Zuständigkeitsbereichen der Polizeipräsidien Aalen, Freiburg, Karlsruhe, Konstanz, Ludwigsburg, Mannheim, Pforzheim und Reutlingen statt.
Das Ziel dieser Maßnahmen ist bewusst niederschwellig gewählt:
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Prävention: Sensibilisierung von Personen, die im Begriff sind, sich weiter zu radikalisieren.
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Angebot: Den Betroffenen wurde offen die Möglichkeit einer professionellen Begleitung bei der Distanzierung von rechtsextremen Strukturen angeboten.
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Sicherheit: Durch Aufklärung und individuelle Beratung soll die Sicherheit der Bevölkerung langfristig gestärkt und die Demokratie geschützt werden.
Das konex: Ein Weg zurück in die Demokratie
Andreas Taube, Leiter des Staatsschutz- und Anti-Terrorismuszentrums (SAT BW), betont die Wichtigkeit dieser Strategie: „Wir reichen Personen aus dem extremistischen Spektrum die Hand und unterstützen auf dem Weg in ein Leben, in dem die Spielregeln der freiheitlich demokratischen Grundordnung wieder beachtet werden.“
Bettina Rommelfanger, Leiterin des konex, ergänzt, dass die Polizei damit nicht nur Straftaten ermittelt, sondern aktiv verhindert. Das Beratungsangebot ist für die Klienten kostenfrei und basiert ausschließlich auf Freiwilligkeit. In Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Partnern werden maßgeschneiderte Lösungen für den Ausstieg entwickelt.
Kontakt für Ausstiegswillige
Für Personen, die sich aus extremistischen Strukturen lösen möchten oder Angehörige, die Unterstützung suchen, bietet das konex direkte Kontaktwege an:
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E-Mail: ausstiegsberatung@konex.bwl.de
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Erreichbarkeit: Montag bis Freitag von 09:00 bis 18:00 Uhr
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Kontaktwege: Telefonhotline oder WhatsApp









