Die Poser- und Tuningszene hatte für den Sommer 2025 ein Treffen in Ulm geplant. Als die Behörden davon erfuhren, untersagte die Stadt Ulm die Veranstaltung per Allgemeinverfügung. Damit das Verbot auch eingehalten wird, richtete die Polizei Baden-Württemberg gemeinsam mit bayerischen Kollegen Kontrollstellen rund um Ulm ein.
Treffen am 05.07.2025 auf die A7 verlagert – Ziel: Memmingen
Die Szene reagierte kurzfristig und verlagerte das Treffen am Samstag, 05.07.2025, in Richtung Süden auf die A7 nach Memmingen. Offenbar setzte man darauf, dass die bayerische Polizei nicht so schnell reagieren kann – doch dieser Plan ging nicht auf. Dieses Mal erhielten die bayerischen Einsatzkräfte zusätzlich Unterstützung aus Baden-Württemberg.

Polizei blockiert Ausfahrten: Dokumentation auf Kaufland-Parkplatz
Während sich Teilnehmer auf dem Parkplatz des Kauflandes trafen, sammelte die Polizei Kräfte und blockierte die Parkplatzausfahrten. Ziel: die anwesenden Fahrzeuge erfassen und dokumentieren.

Weiterzug zur A7-Ausfahrt Memmingen-Süd
Doch die Nacht war damit nicht beendet. Das Treffen verlagerte sich weiter in Richtung A7-Ausfahrt Memmingen-Süd. Dort nutzten Teilnehmer die Woringer Straße sowie den Parkplatz eines Glasverarbeitungsbetriebes. Auch hier verfolgte die Polizei die gleiche Taktik: Zufahrtsstraße sperren und Fahrzeuge/Personen aufnehmen, die vor Ort waren.
Letzter Treffpunkt bei Altenstadt – mehrere Auffahrunfälle
Zuletzt ging es offenbar wieder zurück in Richtung Ulm. Bei Altenstadt soll sich der letzte Treffpunkt gebildet haben – dort kam es nach den vorliegenden Informationen zu mehreren Auffahrunfällen unter Beteiligten aus der Szene.
Verbotenes Tuning-Treffen: Polizei verhindert Poser-Showdown in Ulm und Memmingen
So sanktionierte die Polizei die Verstöße
Nach Rückfrage wurden verschiedene Maßnahmen und Verfahren bekannt:
Organisator ermittelt – Bußgeld im mittleren dreistelligen Bereich
Ein verantwortlicher Organisator/Veranstalter wurde durch Hinweise aus der Bevölkerung und umfangreiche Vernehmungen ermittelt. Gegen den 22-Jährigen wurde ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet und ein Bußgeld im mittleren dreistelligen Bereich verhängt.
Burnout in Zuschauermenge – Auswertung von Social-Media-Videos
Ein Fahrer, der in Memmingen einen Burnout inmitten einer Zuschauermenge durchgeführt haben soll, wurde anhand von Social-Media-Videos ermittelt und angezeigt. Auch hier folgte ein Bußgeld im unteren dreistelligen Bereich.
Kontrollen: Erlöschen der Betriebserlaubnis, Reifen, Tuningteile
Bei Verkehrskontrollen im Umfeld wurden unter anderem folgende Verstöße beanstandet (Auswahl):
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Erlöschen der Betriebserlaubnis durch unzulässige Anbauten (Krad) – Bußgeld im unteren dreistelligen Bereich
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Unzulässige Spiegelklappen (mehrfach) – Bußgelder im hohen zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich
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Unzulässige Rad-/Reifen-Kombination + nicht eingetragene Federn + verbotene Klappen – Bußgeld im unteren dreistelligen Bereich
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Unzulässiger Luftfilter – Bußgeld im hohen zweistelligen Bereich, Weiterfahrt untersagt
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Unzulässige Karosserieanbauteile (Heckspoiler, Lufteinlassschürzen, Grill/Frontlippen) – Bußgeld im mittleren dreistelligen Bereich
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Reifenprofil komplett abgenutzt – Bußgeld im hohen zweistelligen Bereich, Fahrtunterbindung
Schreckschusswaffe im Handschuhfach: Strafverfahren und Sicherstellung
Bei einer Kontrolle wurde im Handschuhfach eine Schreckschusspistole samt Munition gefunden. Der 19-jährige Fahrer konnte zwar einen kleinen Waffenschein vorweisen, soll die Waffe jedoch verboten bei einer öffentlichen Veranstaltung geführt haben. Es wurde ein Strafverfahren eingeleitet, die Waffe samt Munition wurde sichergestellt.
Angriffe/Übergriffe in Altenstadt: Laser und Fußball
Bei einem letzten Zusammentreffen auf einem Firmengrundstück in Altenstadt wurde ein Polizeibeamter durch einen Laserstrahl geblendet (unverletzt). Es läuft ein Strafverfahren wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung und tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte – der Täter ist bislang unbekannt.
An gleicher Örtlichkeit soll zudem ein Jugendlicher einen Fußball in Richtung eines Beamten geschossen und dabei ein Dienstfahrzeug getroffen haben (ohne Schaden). Auch hier: Ermittlungen, Täter unbekannt.
Polizei kündigt konsequentes Vorgehen an
Auch wenn sich die Treffen überwiegend auf größeren Park- und Firmenflächen abspielten, betont die Polizei die erhebliche Gefahr durch Fahrmanöver in Menschenmengen – zusätzlich zu Sicherheitsstörungen durch Pyrotechnik und Lärmbelästigung. Die Behörden kündigen an, weiterhin konsequent gegen Poser-Verhalten vorzugehen und Regelverstöße zur Anzeige zu bringen. In schweren Fällen soll zudem die Fahrerlaubnisbehörde informiert werden, um die Fahreignung zu prüfen.









