Ein Verkehrsunfall auf der A8 in Fahrtrichtung Stuttgart sorgte am Sonntagvormittag, 11.01.2026 nahe Bubesheim für Aufsehen und jede Menge Arbeit für die Verkehrspolizei Günzburg. Gegen 11:15 Uhr gerieten zwei Fahrzeuge massiv ins Schleudern – doch bei der Unfallaufnahme stießen die Beamten auf immer mehr Ungereimtheiten.
Kollision auf der Autobahn: Wer rammte wen?
Der Unfallhergang liest sich wie ein Krimi: Ein 47-jähriger Ukrainer war auf dem linken Fahrstreifen unterwegs, während ein 21-jähriger Bosnier die rechte Spur befuhr. Beide Fahrzeuge gerieten zeitgleich außer Kontrolle.
-
Der Wagen des 47-Jährigen prallte mehrfach gegen die Mittelschutzplanke und blieb entgegen der Fahrtrichtung auf der Fahrbahn stehen.
-
Der 21-Jährige kam mit seinem Pkw nach rechts von der Fahrbahn ab und landete im Straßengraben.
Beide Fahrer beschuldigen sich gegenseitig, vom jeweils anderen gerammt worden zu sein. Glücklicherweise blieb es bei Blechschäden, verletzt wurde niemand. Der Sachschaden an beiden Fahrzeugen ist jedoch massiv.
Führerschein-Fälschung und fehlende Fahrerlaubnis
Bei der Überprüfung der Personalien kam die bittere Wahrheit ans Licht: Keiner der beiden Beteiligten hätte am Steuer sitzen dürfen.
-
Der 47-jährige Ukrainer: Er händigte den Beamten zunächst einen Führerschein aus, der deutliche Fälschungsmerkmale aufwies. Bei einer Durchsuchung fanden die Polizisten sein echtes Dokument – dabei stellte sich heraus, dass er keine gültige Fahrerlaubnis für den Pkw besitzt. Zudem war er bei winterlichen Bedingungen mit Sommerreifen unterwegs.
-
Der 21-jährige Bosnier: Er war zwar im Besitz eines bosnischen Führerscheins, hätte diesen aber aufgrund seines langen Wohnsitzes in Deutschland längst in eine deutsche Fahrerlaubnis umtauschen müssen.
Strafermittlungen und Zeugenaufruf
Die Konsequenzen sind hart: Gegen beide Männer wurde ein Verfahren wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis eingeleitet. Den 47-Jährigen erwartet zusätzlich eine Anzeige wegen Urkundenfälschung. Sein gefälschter Führerschein wurde beschlagnahmt, und er musste eine Sicherheitsleistung im hohen dreistelligen Bereich hinterlegen.
Die Unfallstelle wurde durch die Feuerwehren aus Günzburg und Leipheim sowie das THW Neu-Ulm abgesichert. Da der genaue Hergang unklar bleibt, bittet die Verkehrspolizei Günzburg Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich unter der Telefonnummer 08221 919-311 zu melden.









