Landshut/Kelheim: Kripo ermittelt nach WhatsApp-Versand strafbarer Inhalte – über 300 Chatteilnehmer im Fokus

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Umfangreiche Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Landshut sorgen derzeit in Niederbayern für Aufmerksamkeit: Nach der Auswertung eines sichergestellten Mobiltelefons steht ein zur Tatzeit 20-jähriger Deutscher aus dem Landkreis Kelheim im Verdacht, über WhatsApp strafbare Inhalte verbreitet zu haben. Der Fall wurde im Zuge anderer Ermittlungen im Bereich des Polizeipräsidiums Oberfranken bekannt und entwickelte sich anschließend zu einem groß angelegten Verfahren mit vielen weiteren Beschuldigten.

Handy-Auswertung löst Großermittlung aus

Nach Angaben der Ermittler wurde Anfang 2022 ein Mobiltelefon sichergestellt und ausgewertet. Dabei ergab sich der Verdacht, dass der 20-Jährige über sein Smartphone Dateien mit kinderpornografischen Inhalten sowie weitere strafbare Inhalte verschickt haben soll. Daraufhin durchsuchte der „Arbeitsbereich Kinderpornografie“ (AB KiPo) der Kripo Landshut die Wohnung des Mannes und stellte unter anderem sein Mobiltelefon sicher.

Über 1.500 Dateien festgestellt – Inhalte sollen in Chats verbreitet worden sein

Bei der Auswertung des Geräts fanden die Ermittler demnach über 1.500 Dateien mit kinderpornografischen Inhalten. Nach bisherigem Stand sollen die Inhalte sowohl in Einzelchats als auch in Chatgruppen verbreitet worden sein. Außerdem geht es laut Ermittlungsstand um das Teilen weiterer strafbarer Inhalte, darunter verfassungswidrige und gewaltverherrlichende Darstellungen.

Mehr als 300 Chatteilnehmer identifiziert – Ermittlungsverfahren laufen

Besonders brisant: Im Zuge der Auswertung wurden nach aktuellem Stand über 300 Chatteilnehmer festgestellt – darunter mehr als 250 deutsche und ausländische Anschlussinhaber. Gegen diese Personen wurden in der Folge entsprechende Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

230.000 Nachrichten gesichtet – über 80.000 Dateianhänge geprüft

Die Dimension des Verfahrens zeigt sich auch am Umfang der Auswertung: Bislang wurden laut Kripo weit über 230.000 Nachrichten mit mehr als 80.000 Dateianhängen gesichtet. Dabei seien über 1.000 Nachrichten mit strafrechtlich relevanten Inhalten festgestellt worden. Wie viele Verfahren am Ende zu Anklagen führen, ist derzeit noch offen.

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