Schockanruf in Ingolstadt: 85-Jähriger legt Telefonbetrügern Falle – „Abholer“ festgenommen

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Reaktionsschnell und routiniert: Senior durchschaut „Schockanruf“ sofort

Ein 85-jähriger Ingolstädter hat am Dienstag, 16.12.2025, Telefonbetrüger überführt – und damit bereits zum zweiten Mal dafür gesorgt, dass ein sogenannter „Abholer“ festgenommen werden konnte. Gegen 12.25 Uhr erhielt der Rentner den Anruf eines bislang unbekannten Täters, der sich als Polizeibeamter ausgab.

Der Anrufer behauptete, die Enkeltochter des Seniors habe einen tödlichen Verkehrsunfall verursacht. Um eine angeblich drohende sofortige Haftstrafe abzuwenden, sei nun eine hohe Kaution fällig.

Senior spielt mit – Tochter alarmiert die echte Polizei

Der 85-Jährige durchschaute den Betrugsversuch nach eigenen Angaben umgehend. Statt aufzulegen, spielte er jedoch mit und ließ die Täter in dem Glauben, sie hätten Erfolg. Er vereinbarte eine Übergabe von 10.000 Euro Bargeld sowie mehreren Krügerrandmünzen.

Während der Senior die Betrüger am Telefon hinhielt, informierte seine Tochter parallel die echte Polizei. Durch die Abstimmung gelang es Einsatzkräften der Kriminalpolizei Ingolstadt, den „Abholer“ bei der fingierten Geldübergabe gegen 13.48 Uhr auf frischer Tat festzunehmen.

Wiederholungstat: Bereits 2024 führte das Vorgehen zur Festnahme

Besonders bemerkenswert: Schon im Jahr 2024 war der Rentner mit derselben Masche kontaktiert worden. Auch damals reagierten er und seine Tochter besonnen – mit dem Ergebnis, dass eine Abholerin festgenommen werden konnte.

Tatverdächtiger in Haft: 20-jähriger Montenegriner vor Haftrichter

Beim aktuell Festgenommenen handelt es sich um einen 20-jährigen montenegrinischen Staatsbürger. Er wurde am 17.12.2025 einem Haftrichter am Amtsgericht Ingolstadt vorgeführt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde Haftbefehl erlassen.

Polizei-Tipp: So schützen Sie sich vor Schockanrufen

Die Masche folgt oft dem gleichen Muster: Druck, Angst, Zeitnot – und die Forderung nach Geld oder Wertsachen. Wichtig ist: Auflegen, Angehörige direkt anrufen (über bekannte Nummern) und die Polizei verständigen.

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