Schockanruf in Memmingen: 90-Jährige um Wertgegenstände betrogen
Im Bereich Memmingen und Unterallgäu warnt die Polizei aktuell vor Callcenterbetrug und sogenannten Schockanrufen. Am Dienstag, 16.12.2025, nahmen Betrüger Kontakt zu einer 90-jährigen deutschen Seniorin in der Saarlandstraße in Memmingen auf. Am Telefon gaben sie sich als Polizei beziehungsweise Staatsanwaltschaft aus und setzten die Frau massiv unter Druck.
Die Täter behaupteten, die Tochter der Geschädigten habe einen schweren Unfall verursacht und liege nun im Koma. Zur angeblichen „Deckung der Unfallkosten“ verlangten sie zunächst 140.000 Euro. Als die Seniorin angab, nicht über so viel Bargeld zu verfügen, redeten die Anrufer weiter auf sie ein – bis es schließlich zur Übergabe von Bargeld und Schmuck im Wert von rund 20.000 Euro kam.
Abholer taucht am Wohnanwesen auf – Betrug fliegt durch Besuch des Sohnes auf
Die Wertgegenstände wurden an eine junge männliche Person übergeben, die am Wohnanwesen erschien. Erst als der Sohn der Geschädigten seine Mutter besuchte, bemerkte die Familie den Betrug. Die Polizei wurde anschließend verständigt.
Der Abholer wird wie folgt beschrieben:
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etwa 25 Jahre alt, schlank
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ca. 1,80 Meter groß
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blonde, kurze Haare, kein Bart
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gepflegtes Erscheinungsbild
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trug eine dunkle, dünne Jacke
Weitere Fälle in Ottobeuren: Betrüger scheitern an besonnenen Angerufenen
Bereits am Montag, 15.12.2025, wurden im Raum Ottobeuren zwei weitere Fälle gemeldet. Auch dort gaben sich die Anrufer als Polizeibeamte aus und erzählten von angeblichen Einbrüchen in der Nachbarschaft. Wertgegenstände sollten demnach „überprüft“ werden. In diesen Fällen reagierten die Angerufenen jedoch richtig: Sie blieben skeptisch, informierten die Polizei – ein Schaden entstand nicht.
Polizei warnt: Niemals Geld oder persönliche Daten am Telefon herausgeben
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang ausdrücklich darauf hin, dass echte Polizeibeamte niemals am Telefon nach Geld, Schmuck oder persönlichen Vermögensverhältnissen fragen. Bürgerinnen und Bürger sollten sich nicht unter Druck setzen lassen, Gespräche beenden und im Zweifel selbst die Polizei kontaktieren – am besten über die 110 (nicht über Rückrufnummern aus dem Gespräch).
Zeugenaufruf
Die Erstermittlungen führte die Polizeiinspektion Memmingen; der Fall wurde zur weiteren Bearbeitung an das zuständige Fachkommissariat der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen übergeben.
Zeugen, die am 16.12.2025 verdächtige Beobachtungen im Bereich Saarlandstraße gemacht haben oder Hinweise zum Abholer geben können, werden gebeten, sich unter Tel. 08331 100-0 bei der Polizeiinspektion Memmingen zu melden.








