Operation „Herakles“: Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe, LKA BW und BaFin schalten über 3.500 Betrugs-Rufnummern ab

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Das bei der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe eingerichtete Cybercrime-Zentrum (CCZ), das Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA) und die BaFin haben die Kommunikationswege mutmaßlicher Cyberkrimineller erneut empfindlich getroffen.
Bis zum 5. Dezember 2025 wurden 3.562 überwiegend deutsche Rufnummern ermittelt und durch die verantwortlichen Provider abgeschaltet. In enger Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Bundeskriminalamt wurden zusätzlich 355 österreichische Festnetznummern deaktiviert.

Im Fokus standen Telefonleitungen, die u. a. bei betrügerischen Online-Plattformen (Cybertrading-Fraud) sowie bei Telefonbetrugsmaschen wie „Enkeltrick“ und „Falscher Polizeibeamter“ eingesetzt wurden. Solche Dienste werden häufig als „Crime-as-a-Service“ vermietet und massenhaft zur Begehung von Straftaten genutzt.

Bereits im Juni und Oktober 2025 waren im Rahmen von „Herakles“ über 2.200 Domains vom Netz genommen worden – mit dem Ziel, die Täter-Infrastruktur nachhaltig zu zerstören und Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland besser zu schützen.

Stimmen der Behörden

  • Generalstaatsanwalt Jürgen Gremmelmaier: Man entziehe den Tätergruppen die Grundlage ihres Handelns und verhindere tausende potenzielle Betrugsversuche.

  • LKA-Präsident Andreas Stenger: Das offensive Stören der Kommunikationswege zwinge Täter zu hohem organisatorischen Aufwand und Kosten – Deutschland werde dadurch unattraktiv für illegal genutzte Telko-Dienste.

  • BaFin-Exekutivdirektorin Birgit Rodolphe: Das Verfahren zeige, dass IT-gestützte Ermittlungen und Rufnummernabschaltungen wirksam gegen betrügerische Online-Handelsplattformen sind.

Hintergrund & Prävention

Telefonbetrug tritt in vielen Varianten auf – stets mit dem Ziel, Geld oder Wertsachen zu erbeuten. Täter geben sich als Polizei, Staatsanwaltschaft, Bank oder Anlageberater aus.
Wer verdächtige Anrufe erhält, sollte auflegen, keine Daten herausgeben, nicht überreden lassen, die offizielle Rückrufnummer der Institution selbst recherchieren und Anzeige erstatten.

Hinweise zu typischen Maschen und Schutz tipps bieten Polizei und BaFin auf ihren Informationsseiten.


Über die Maschen der Kriminellen und wie Sie sich schützen können, informieren die Polizei und die BaFin ausführlich auf ihren Webseiten: Polizeiliche Kriminalprävention (https://t1p.de/8zt6q)| BaFin (https://t1p.de/mp1dn)

Um die gängigsten Telefonbetrugsmaschen zu erkennen und reagieren zu können, hat die Polizei hierzu eine Reihe von Videoclips zusammengestellt (https://t1p.de/q4rcc). Auch zum Cyber-Trading-Anlagebetrug finden sie unter https://t1p.de/ml9zu hilfreiche Tipps.


 

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