Schockanrufe und Betrugsmaschen mit falschen Polizeibeamten beschäftigen die Ermittler seit Jahren – tagtäglich werden vor allem ältere Menschen am Telefon unter Druck gesetzt und um ihr Erspartes gebracht. In Traunstein konnte nun ein solcher Schockanruf-Betrug verhindert werden. Ein junger Mann aus Memmingen, der als sogenannter Geldabholer fungieren sollte, sitzt inzwischen in Untersuchungshaft.
Eine ältere Dame war ins Visier der Betrüger geraten. Am Telefon wurde ihr – wie in vielen ähnlich gelagerten Fällen – unter Vorspiegelung einer dramatischen Notlage von Angehörigen Geld abverlangt. Die Seniorin durchschaute jedoch die Masche und wandte sich an die Polizei. In Absprache mit den Beamten ging sie zum Schein auf die geforderte Geldübergabe ein.
Geldabholer in Traunstein festgenommen
Am vereinbarten Übergabeort in Traunstein erschien ein junger Mann aus Memmingen, deutlich unter 30 Jahre alt, der das Geld in Empfang nehmen sollte. Dazu kam es allerdings nicht mehr:
Zivilkräfte der Polizei beobachteten die Situation, griffen zu und nahmen den Mann fest. Vor Ort wurden sein Pkw sowie sein Mobiltelefon sichergestellt. Der Verdächtige wurde anschließend auf die Dienststelle gebracht.
Die Staatsanwaltschaft Traunstein beantragte einen Untersuchungshaftbefehl gegen den mutmaßlichen Geldabholer. Ein Ermittlungsrichter folgte dem Antrag – der Mann sitzt nun in Untersuchungshaft.
Wohnungsdurchsuchung in Memmingen – umfangreiche Beweismittel sichergestellt
Noch am selben Tag durchsuchte die Memminger Polizei die Wohnräume des Festgenommenen in der Berliner Freiheit. Nach nicht offiziell bestätigten Informationen sollen die Beamten dabei eine sechsstellige Summe an Bargeld sowie Gold gefunden haben.
Das Polizeipräsidium Oberbayern-Süd bestätigte, dass bei der Durchsuchung umfangreiches Beweismaterial sichergestellt wurde. Details zu Art und Umfang der Funde wurden aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt.
Weitere Taten im Fokus der Ermittler
Die Ermittler prüfen nun, ob der junge Memminger für weitere Betrugsfälle in Bayern und darüber hinaus in Frage kommt. Im Mittelpunkt der weiteren Arbeit stehen insbesondere die forensische Auswertung von Navigationsgeräten und Mobiltelefonen sowie mögliche Verbindungen zu einem überregional agierenden Täter-Netzwerk.
Die Polizei weist erneut eindringlich darauf hin, bei Anrufen mit angeblichen Notlagen von Kindern oder Enkeln, mit angeblichen Polizisten oder Staatsanwälten am Telefon äußerste Vorsicht walten zu lassen, kein Geld zu übergeben und im Zweifel immer über die bekannten Notruf- oder Dienststellennummern selbst Kontakt zur Polizei aufzunehmen.









